Kakao-Future: Wochenplus, aber Schlusskurs bleibt unter 4.000 US-Dollar
Rohstoffe
Carsten Stork
01. Juni 2026

Kakao-Future: Wochenplus, aber Schlusskurs bleibt unter 4.000 US-Dollar

Kakao bleibt volatil – schwache Woche trotz Erholung zum Schluss


Der Kakao-Future konnte die vergangene Woche zwar mit einem Plus von 2,04 % abschließen, der Schlusskurs bei 3.901 US-Dollar bleibt jedoch kein starkes Signal. Entscheidend ist, dass der Markt trotz der positiven Wochenperformance weiterhin unter der wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar notiert. Damit ist die technische Ausgangslage noch nicht überzeugend. Die Erholung ist sichtbar, aber ein klarer Befreiungsschlag sieht anders aus.

Fundamental bleibt das Bild gemischt. Kurzfristig belasten höhere verfügbare Bestände und die besseren Lieferdaten aus der Elfenbeinküste. Die ICE-Kakaobestände sind zuletzt auf den höchsten Stand seit rund 1,75 Jahren gestiegen. Gleichzeitig wurden die Ernteschätzungen für die Elfenbeinküste angehoben, was den Markt zuletzt immer wieder unter Druck gesetzt hat. Auch schwächere Verarbeitungsdaten aus Nordamerika und Europa zeigen, dass die Nachfrage auf dem hohen Preisniveau nicht mehr völlig unbeeindruckt bleibt.

Auf der anderen Seite bleibt das mittelfristige Risiko nicht verschwunden. Die Wahrscheinlichkeit eines El-Niño-Ereignisses ist hoch, und genau das kann für Westafrika problematisch werden. Erste Hinweise auf schwächere Fruchtbildung für die kommende Hauptsaison sowie weiter bestehende Trockenheitsrisiken in Teilen der Elfenbeinküste und Ghanas sprechen gegen eine zu schnelle Entwarnung auf der Angebotsseite. Saisonale Faktoren können dem Markt in den kommenden Wochen ebenfalls wieder mehr Unterstützung geben.

Die COT-Daten bleiben allerdings noch kein klares Kaufsignal. Das Managed Money ist weiterhin netto short positioniert, wenn auch nicht extrem. Mit mehr als 16.000 Kontrakten auf der Short-Seite fehlt weiterhin die breite spekulative Unterstützung. Genau das erklärt, warum die Erholung bislang begrenzt bleibt.

Fazit:
Kakao hat die Woche mit +2,04 % positiv beendet, bleibt mit 3.901 US-Dollar aber unter der wichtigen Marke von 4.000 US-Dollar. Kurzfristig belasten höhere Bestände und bessere Lieferdaten. Mittelfristig bleiben El Niño, Westafrika und die Saisonalität unterstützende Faktoren. Erst eine Rückeroberung der 4.000-Dollar-Marke würde das Bild klar verbessern.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.