
Kakao-Future im 75%-Crash – vom Spekulationsstar zum Bereinigungsfall
Kakao-Future im 75%-Crash – vom Spekulationsstar zum Bereinigungsfall

Der Cocoa Future (ICE US) verlor in der vergangenen Handelswoche weitere 13,48 % und schloss bei 3.184 USD je Tonne. Zwischenzeitlich wurden Tiefs bei 3.031 USD markiert – ein drastischer Rückgang innerhalb weniger Monate.
Seit dem Allzeithoch vom 18.12.2024 bei 12.931 USD beläuft sich der Preisverfall mittlerweile auf rund 75,39 %. Damit wurde die extreme Übertreibung der Jahre 2023/2024 nahezu vollständig abgebaut. Der damalige Angebots-Schock und Short-Squeeze sind in eine Phase massiver Angebotsentspannung und Nachfrageskepsis übergegangen.
Fundamental lasten steigende Lagerbestände, schwächere Grinding-Daten und optimistischere Ernteaussichten in Westafrika auf dem Markt. Gleichzeitig haben die stark gestiegenen Farm-Gate-Preise in Ghana und der Elfenbeinküste zu Anpassungen geführt, was zusätzlichen Druck erzeugte.
Auch die COT-Daten bestätigen den Trendwechsel: Das Managed Money ist erstmals seit Beginn der Hausse wieder netto short positioniert und hält aktuell rund 17.618 Kontrakte auf der Short-Seite. Damit hat sich das spekulative Sentiment klar gedreht.
Saisonal betrachtet eröffnet sich bis Ende März statistisch eine Phase mit erhöhter Erholungswahrscheinlichkeit. Dennoch bleibt das übergeordnete Bild nach dem wasserfallartigen Sell-Off fragil.
Fazit: Kakao befindet sich nach dem historischen Boom in einer tiefgreifenden Bereinigungsphase. Die Short-Positionierung und der strukturelle Angebotsdruck dominieren derzeit das Bild. Kurzfristig sind technische Gegenbewegungen möglich, doch eine nachhaltige Trendwende erfordert klare Fundamentaldaten. Die Schwäche im Kakao fügt sich zudem in das aktuell belastete Umfeld der Soft Commodities ein, in dem auch Kaffee, Zucker und Orangensaft unter Druck stehen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.