Kakao bleibt schwach – kurzfristiger Angebotsdruck trifft auf positive Saisonalität
Rohstoffe
Carsten Stork
19. April 2026

Kakao bleibt schwach – kurzfristiger Angebotsdruck trifft auf positive Saisonalität

Kakao bleibt schwach – kurzfristiger Angebotsdruck trifft auf positive Saisonalität


Der Kakao-Future an der ICE US musste in der vergangenen Handelswoche leicht nachgeben und schloss mit einem Minus von 1,05 % bei 3.208 US-Dollar pro Tonne. Die Wochenperformance wirkt auf den ersten Blick unspektakulär, verdeckt jedoch eine deutlich volatilere Handelswoche. Zwischenzeitlich konnte der Markt bis zur Wochenmitte auf rund 3.600 US-Dollar ansteigen, geriet danach jedoch kontinuierlich unter Druck und gab einen Großteil dieser Gewinne wieder ab.

Fundamental bleibt das Umfeld kurzfristig belastend. Der Markt bewegt sich weiterhin in einem Umfeld steigender Lagerbestände und zunehmender Erwartungen an eine verbesserte Angebotslage. Besonders relevant ist dabei der Anstieg der ICE-Bestände auf ein 19,5-Monats-Hoch, was den Eindruck eines kurzfristigen Angebotsüberhangs verstärkt. Nach den extrem angespannten Jahren zuvor wirkt der Markt aktuell deutlich besser versorgt.

Auch die Nachfrageseite bleibt verhalten. Die stark gestiegenen Preise der Vorjahre belasten den Konsum, was sich weiterhin dämpfend auf das Marktbild auswirkt. Damit ergibt sich kurzfristig ein Umfeld, in dem steigendes Angebot und schwächere Nachfrage gleichzeitig auf die Preise drücken.

Gleichzeitig bestehen strukturelle Risiken auf der Angebotsseite weiter fort. In Westafrika bleibt die Situation durch Pflanzenkrankheiten, alternde Baumbestände und unsichere Wetterverhältnisse angespannt. Diese Faktoren wirken aktuell noch nicht preistreibend, bleiben aber ein wichtiger längerfristiger Unsicherheitsfaktor für den Markt.

Auch die Positionierung liefert ein klares Signal. Das Managed Money hält weiterhin eine ausgeprägte Short-Position von rund 22.594 Kontrakten. Diese Short-Position besteht bereits seit Januar und signalisiert, dass spekulative Marktteilnehmer kurzfristig weiter auf fallende Preise setzen.

Ein unterstützender Faktor bleibt die Saisonalität. Historisch tendiert der Kakao-Future bis Ende April eher fester, bevor anschließend wieder eine schwächere Phase einsetzt. Damit steht der aktuelle Marktdruck im gewissen Widerspruch zur saisonalen Tendenz.

Insgesamt ergibt sich damit ein gemischtes Bild: kurzfristig belastende Fundamentaldaten und anhaltender Short-Druck treffen auf strukturelle Risiken und eine saisonal positive Phase.

Fazit:

Der Kakao-Future bleibt kurzfristig unter Druck, obwohl die Saisonalität bis Ende April grundsätzlich Unterstützung liefert. Steigende Lagerbestände, schwächere Nachfrage und die anhaltende Short-Positionierung des Managed Money sprechen aktuell gegen eine nachhaltige Aufwärtsbewegung. Entscheidend wird sein, ob sich die saisonale Stärke noch durchsetzen kann, bevor der Markt in die nächste schwächere Phase übergeht.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.