Henry Hub unter Druck – Rekord-Shorts treffen auf saisonale Wende
Rohstoffe
Carsten Stork
02. März 2026

Henry Hub unter Druck – Rekord-Shorts treffen auf saisonale Wende

Henry Hub unter Druck – Rekord-Shorts treffen auf saisonale Wende


Der Henry Hub Natural Gas Future an der NYMEX verlor in der vergangenen Handelswoche erneut deutlich und schloss mit einem Minus von 4,54 % bei 2,857 USD. Damit setzt sich die Schwächephase fort, nachdem der Kontrakt bereits mehrere Wochen in Folge nachgegeben hatte. Fundamentale Faktoren wie hohe Produktion, steigende Rig-Counts und vergleichsweise moderate Lagerentnahmen belasten weiterhin das Sentiment.

Besonders auffällig ist die Positionierung laut COT-Daten. Das Managed Money hat seine Short-Positionen weiter ausgebaut und hält inzwischen knapp 200.000 Kontrakte netto short. Das ist eine der stärksten Short-Positionierungen der letzten Jahre und die ausgeprägteste seit der Pandemie 2020. Eine derart einseitige Positionierung ist strukturell ein Belastungsfaktor – gleichzeitig erhöht sie jedoch auch das Potenzial für Short-Covering-Bewegungen, sollte sich das fundamentale Bild drehen.

Auf der Nachfrageseite stützen zwar rekordnahe LNG-Exportmengen und geopolitische Risiken die Preise punktuell, doch kurzfristig dominieren milde Wetterprognosen und hohe Produktionserwartungen. Die Lagerbestände bewegen sich nahe dem saisonalen Durchschnitt, was ebenfalls keinen akuten Verknappungsdruck signalisiert.

Saisonal betrachtet beginnt jedoch nun eine Phase, in der Natural Gas historisch bessere Chancen auf steigende Notierungen hat. Ab Ende Februar bis in den Juni hinein zeigt der Markt häufig eine konstruktive Tendenz, insbesondere wenn Spekulanten stark einseitig positioniert sind.

Fazit:

Fundamental bleibt das Umfeld kurzfristig anspruchsvoll, die extrem hohe Short-Positionierung spricht jedoch für ein erhöhtes Rebound-Potenzial. In Kombination mit der beginnenden saisonalen Stärkephase könnte Natural Gas in den kommenden Wochen deutlich volatiler werden – mit Chancen auf eine technische Gegenbewegung.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.