
Henry Hub: Schwäche trotz Energiekrise – Setup bleibt klar bullisch
Henry Hub: Schwäche trotz Energiekrise – Setup bleibt klar bullisch

Der Henry Hub Natural Gas Future zeigte in der vergangenen Handelswoche erneut deutliche Schwäche und schloss mit einem Minus von 7,51 % bei 2,807 US-Dollar. Damit bewegt sich der Markt weiter in Richtung der Tiefs der vergangenen Monate, obwohl das übergeordnete Umfeld eigentlich von steigenden Energiepreisen geprägt ist.
Genau diese Divergenz macht die aktuelle Situation besonders interessant. Während Ölpreise im Zuge der geopolitischen Eskalation im Nahen Osten deutlich gestiegen sind und global von einer zunehmenden Energieverknappung gesprochen wird, bleibt der US-Gasmarkt kurzfristig unter Druck. Haupttreiber dafür sind weiterhin hohe Lagerbestände, steigende Produktion sowie saisonal schwächere Nachfrage durch mildere Temperaturen.
Ein Blick auf die Positionierung verstärkt das konträre Bild. Das Managed Money hält aktuell rund 167.000 Kontrakte auf der Short-Seite und ist damit weiterhin massiv bearish positioniert. Diese einseitige Positionierung erhöht das Potenzial für eine Gegenbewegung, sobald sich das fundamentale Bild oder die Nachfrageperspektive verändert.
Auch die Saisonalität spricht klar für steigende Preise in den kommenden Wochen. Historisch zeigt der Henry Hub Natural Gas Future bis Mitte Juni – mit dem Beginn der Hurricane-Saison – eine ausgeprägte Aufwärtsphase. Diese Kombination aus negativer Positionierung, schwachem Sentiment und positiver Saisonalität bildet ein klassisches Setup für eine mögliche Gegenbewegung.
Insgesamt bleibt der Markt kurzfristig belastet, strukturell jedoch zunehmend spannend auf der Long-Seite. Insbesondere mögliche Auswirkungen der globalen Energieverwerfungen könnten mit zeitlicher Verzögerung auch im US-Gasmarkt sichtbar werden.
Fazit:
Der Henry Hub Natural Gas Future bleibt kurzfristig unter Druck, bietet aber ein klar konträres, bullisches Setup. Die extrem hohe Short-Positionierung des Managed Money und die starke Saisonalität sprechen für steigende Preise in den kommenden Wochen. Entscheidend wird sein, wann und wie schnell sich die globalen Energieverwerfungen auch im US-Gasmarkt widerspiegeln.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.