
Henry Hub Natural Gas bleibt extrem volatil – Saisonale Chance trifft auf massive Shorts
Henry Hub Natural Gas bleibt extrem volatil – Saisonale Chance trifft auf massive Shorts

Der Henry Hub Natural Gas Future beendete die vergangene Handelswoche mit einem Minus von 2,38 % bei 2,994 USD. Zwar konnte der Kontrakt am Freitag nochmals über die Marke von 3,00 USD ansteigen, doch im Wochenverlauf überwog erneut der Verkaufsdruck.
Die Volatilität bleibt außergewöhnlich hoch. Nach dem Hoch vom 5. Dezember folgte zunächst ein Einbruch von über 40 % bis Anfang Januar. Anschließend führte der Arctic Blast zu einer explosiven Gegenbewegung von über 70 %. Seit dem Hoch vom 30.01.2026 steht der Markt jedoch wieder rund 31 % tiefer. Diese schnellen Richtungswechsel unterstreichen die starke Abhängigkeit von Wetterprognosen und kurzfristigen Angebotsstörungen.
Fundamental wirken steigende Produktionszahlen dämpfend. Die US-Gasförderung bewegt sich nahe Rekordniveau, während die jüngsten Lagerdaten weniger bullisch ausfielen als erwartet. Gleichzeitig bleibt die Speicherlage unter dem Fünfjahresdurchschnitt, was die Abwärtsdynamik begrenzt.
Auffällig ist die Positionierung: Das Managed Money hält weiterhin signifikante Netto-Short-Positionen von rund 186.000 Kontrakten. Diese ausgeprägte Skepsis erhöht die Anfälligkeit für Short-Covering-Rallys, insbesondere bei überraschend kälteren Wetterprognosen.
Saisonal betrachtet befindet sich der Markt typischerweise um Mitte Februar nahe eines Tiefpunkts. Historisch folgt bis in den Frühsommer hinein häufig eine stärkere Phase.
Fazit: Henry Hub bleibt ein hochvolatiler Markt mit starkem Einfluss von Wetter und Positionierung. Kurzfristig dominieren Angebot und Shorts das Bild, saisonal eröffnet sich jedoch ein konstruktives Zeitfenster bis in den Frühsommer.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.