Henry Hub Gas stabilisiert sich – erste Erholung, aber struktureller Druck bleibt
Rohstoffe
Carsten Stork
03. Mai 2026

Henry Hub Gas stabilisiert sich – erste Erholung, aber struktureller Druck bleibt

Henry Hub Gas stabilisiert sich – erste Erholung, aber struktureller Druck bleibt


Der Henry Hub Natural Gas Future konnte in der vergangenen Woche deutlich zulegen und schloss mit einem Plus von +3,76 % bei 2,789 US-Dollar. Besonders auffällig war die starke Bewegung am Donnerstag nach Veröffentlichung der EIA-Lagerdaten. Ausgehend von rund 2,60 US-Dollar stieg der Markt dynamisch bis in den Bereich von 2,80 US-Dollar an und konnte dieses Niveau bis zum Wochenschluss weitgehend behaupten. Insgesamt zeigt sich damit erstmals seit mehreren Wochen eine stabilere Marktstruktur.

Treiber dieser Bewegung war eine Kombination aus leicht positiven Fundamentaldaten und kurzfristigen Nachfrageimpulsen. Die Lagerbestände stiegen zwar weiter an, lagen jedoch unter den Erwartungen, was als leicht bullisches Signal interpretiert wurde. Gleichzeitig sorgen kühlere Temperaturen in Teilen der USA für eine temporär höhere Nachfrage. Diese Faktoren reichten aus, um eine technische Gegenbewegung auszulösen und kurzfristig Käufer zurück in den Markt zu bringen.

Dennoch bleibt das übergeordnete Bild herausfordernd. Die US-Gasproduktion bewegt sich weiterhin nahe Rekordniveau, während die Lagerbestände rund 7–8 % über dem Fünfjahresdurchschnitt liegen. Dieses strukturelle Überangebot wirkt weiterhin preisdämpfend und begrenzt das Aufwärtspotenzial. Auch die saisonale Komponente liefert aktuell noch keinen klaren Rückenwind, da sich der Markt noch im Übergang zwischen Heiz- und Kühlsaison befindet.

Ein wichtiger Aspekt ist die Positionierung. Das Managed Money hält weiterhin eine deutliche Netto-Short-Position von rund 166.000 Kontrakten, beginnt diese jedoch leicht abzubauen. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlässt und kurzfristig weiteres Aufwärtspotenzial entstehen könnte, insbesondere wenn Short-Covering einsetzt.

Zusätzliche Unterstützung könnte von der geopolitischen Seite kommen. Die anhaltende Krise im Nahen Osten und mögliche Einschränkungen im globalen LNG-Angebot könnten die Exportnachfrage nach US-Gas erhöhen. Gleichzeitig rückt mit dem Beginn der Hurricane-Saison am 1. Juni ein weiterer potenzieller Volatilitätstreiber näher.

Fazit:

Henry Hub zeigt erste Stabilisierungstendenzen. Kurzfristige Erholungen sind möglich, strukturell bleibt der Markt jedoch durch das hohe Angebot belastet.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.