Gold unter Druck trotz geopolitischer Risiken – Zinserwartungen dominieren den Markt
Rohstoffe
Carsten Stork
03. Mai 2026

Gold unter Druck trotz geopolitischer Risiken – Zinserwartungen dominieren den Markt

Gold unter Druck trotz geopolitischer Risiken – Zinserwartungen dominieren den Markt


Der Goldfuture setzte seine Schwäche auch in der vergangenen Woche fort und verlor weitere -2,11 %, nachdem bereits in der Vorwoche ein Rückgang von rund 2 % zu verzeichnen war. Der Markt schloss bei 4.625,6 US-Dollar je Unze und bleibt damit klar unter Druck. Auffällig ist dabei, dass selbst geopolitische Spannungen im Nahen Osten aktuell nicht ausreichen, um dem Goldpreis nachhaltigen Auftrieb zu geben.

Der entscheidende Belastungsfaktor bleibt die Zinsentwicklung. Nach dem jüngsten Fed-Meeting wurden die Zinsen zwar unverändert gelassen, gleichzeitig hat sich der Ton deutlich verschärft. Der Markt hat die Erwartungen für Zinssenkungen weitgehend ausgepreist und rechnet inzwischen damit, dass die US-Zinsen länger auf dem aktuellen Niveau bleiben. Genau dieses „Higher for Longer“-Umfeld ist historisch negativ für Gold, da das Edelmetall keine laufenden Erträge liefert und damit im Vergleich zu verzinslichen Anlagen an relativer Attraktivität verliert.

Auch die Positionierung unterstreicht diese Entwicklung. Die COT-Daten zeigen seit Anfang Februar kaum Veränderungen, das Managed Money hält weiterhin eine stabile Long-Position von rund 160.000 Kontrakten. Diese fehlende Anpassung deutet darauf hin, dass der Markt aktuell keine klare neue Richtung einnimmt, sondern sich eher in einer Phase der Konsolidierung und Unsicherheit befindet.

Saisonal bleibt das Bild kurzfristig ebenfalls schwierig. Historisch tendiert Gold bis in den Zeitraum Anfang bis Mitte Juli eher schwächer, was zusätzlichen Gegenwind erzeugt. Allerdings könnte sich innerhalb dieses Musters kurzfristig eine technische Gegenbewegung entwickeln. Für die kommenden Wochen ist bis Mitte oder Ende Mai eine temporäre Erholung durchaus möglich.

Fundamental bleibt das Umfeld gemischt. Während geopolitische Risiken und anhaltende Käufe von Zentralbanken grundsätzlich unterstützend wirken, dominieren aktuell die Zins- und Dollarentwicklung die Preisbildung.

Fazit:

Gold bleibt kurzfristig unter Druck. Solange die Zinsen hoch bleiben und Zinssenkungen nicht in Sicht sind, dürfte das Umfeld schwierig bleiben, auch wenn temporäre Erholungen jederzeit auftreten können.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.