Gold stabilisiert sich – geopolitische Unsicherheit trifft auf strukturelle Nachfrage
Rohstoffe
Carsten Stork
15. April 2026

Gold stabilisiert sich – geopolitische Unsicherheit trifft auf strukturelle Nachfrage

Gold stabilisiert sich – geopolitische Unsicherheit trifft auf strukturelle Nachfrage


Der Gold-Future an der CME konnte in der vergangenen Handelswoche moderat zulegen und schloss mit einem Plus von 1,47 % bei 4.771 US-Dollar je Unze. Damit setzt sich die Stabilisierung nach dem vorherigen deutlichen Rücksetzer fort, auch wenn die Bewegung insgesamt weiterhin von erhöhter Volatilität geprägt ist.

Die geopolitische Lage hat sich zum Wochenende nochmals verschärft. Die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad sind am Samstag gescheitert – zu einem Zeitpunkt, als die Märkte bereits geschlossen waren. Entsprechend konnte diese Entwicklung bislang noch nicht im Goldpreis verarbeitet werden. Für die kommende Handelswoche steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass die zunehmende Unsicherheit zunächst unterstützend wirkt.

Gleichzeitig zeigt die Preisentwicklung der vergangenen Wochen, dass dieser Zusammenhang aktuell nicht mehr eindeutig ist. Trotz mehrfacher Eskalationen im Nahen Osten geriet Gold phasenweise sogar unter Druck. Hauptgrund dafür sind steigende Zinsen und ein festerer US-Dollar, die die klassische Safe-Haven-Funktion von Gold kurzfristig überlagern.

Ein wesentlicher Belastungsfaktor der vergangenen Wochen waren zudem Verkäufe auf Seiten der Zentralbanken. Insbesondere die türkische Zentralbank hat ihre Goldreserven deutlich reduziert, was maßgeblich zum zwischenzeitlichen Preisrückgang beigetragen hat. Dennoch zeigt sich diese Entwicklung nicht in der strukturellen Positionierung am Terminmarkt. Das Managed Money hält weiterhin über 156.000 Kontrakte auf der Long-Seite und signalisiert damit eine unverändert konstruktive Grundhaltung.

Auch wenn die Saisonalität in den kommenden Monaten eher gegen Gold spricht, deutet die jüngste Stabilisierung darauf hin, dass im Bereich unterhalb von 4.500 US-Dollar eine solide Nachfrage vorhanden ist. Rücksetzer werden aktuell weiterhin gekauft, was auf ein robustes Interesse institutioneller Marktteilnehmer hindeutet.

Insgesamt ergibt sich ein Spannungsfeld aus kurzfristigem Gegenwind durch Zinsen und Dollar auf der einen Seite sowie struktureller Nachfrage und geopolitischer Unsicherheit auf der anderen Seite.

Fazit:

Gold bleibt kurzfristig volatil, stabilisiert sich jedoch zunehmend auf tieferen Niveaus. Die weiterhin starke Positionierung des Managed Money und die geopolitische Unsicherheit sprechen für ein konstruktives Gesamtbild. Trotz schwächerer Saisonalität bleibt Gold im Bereich um 4.500 US-Dollar ein attraktives Investment mit Potenzial auf der Oberseite.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.