
Gold korrigiert nach Rally – geopolitische Risiken bleiben der Treiber
Gold unter Druck trotz geopolitischer Eskalation – saisonale Schwäche setzt sich fort

Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor allem vor dem Hintergrund deutlich gestiegener geopolitischer Risiken im Nahen Osten. Trotz der Eskalation konnte Gold daraus kurzfristig keinen nachhaltigen Aufwärtsimpuls generieren. Ein möglicher Grund liegt darin, dass ein Großteil der geopolitischen Risikoprämie bereits im vorangegangenen starken Preisanstieg eingepreist worden war.
Auch die Positionierungsdaten liefern aktuell keine klar bullischen Signale. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr hohe Netto-Long-Position von über 160.000 Kontrakten. Zwar wurde diese in den vergangenen Wochen leicht reduziert, insgesamt bleibt die Marktstruktur jedoch relativ überladen und damit anfällig für weitere technische Korrekturen.
Saisonal spricht das Umfeld derzeit ebenfalls eher gegen steigende Notierungen. Historisch zeigt Gold in der Phase bis in den Frühsommer hinein häufig eine schwächere Tendenz, bevor sich im weiteren Jahresverlauf neue Aufwärtsdynamik entwickeln kann.
Fazit:
Der Rückgang des Goldfutures trotz zunehmender geopolitischer Spannungen unterstreicht, dass kurzfristig technische Faktoren und Positionierungsdynamiken dominieren. Die hohe Long-Positionierung und die saisonal schwächere Phase könnten den Markt zunächst weiter anfällig für Rücksetzer machen, auch wenn das übergeordnete strukturelle Umfeld für Gold grundsätzlich intakt bleibt.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.