Gold gibt weiter nach – Zinssorgen belasten trotz stabiler COT-Unterstützung
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026

Gold gibt weiter nach – Zinssorgen belasten trotz stabiler COT-Unterstützung

Gold gibt weiter nach – Zinssorgen belasten trotz stabiler COT-Unterstützung


Der Gold-Future konnte sich in der vergangenen Woche nicht behaupten. Auf Wochensicht verlor der Kontrakt 0,72 % und schloss bei 4.510,50 US-Dollar. Damit setzte Gold seine kurzfristige Korrektur fort. Der Rückgang war zwar nicht dramatisch, passt aber in ein Umfeld, in dem steigende Zinserwartungen, ein festerer US-Dollar und nachlassende geopolitische Risikoprämien kurzfristig auf dem Edelmetall lasten.

Der wichtigste Belastungsfaktor bleibt die Zinsseite. Die Märkte preisen inzwischen wieder eine deutlich hawkischere Fed ein. Mehrere Fed-Vertreter haben zuletzt betont, dass Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen werden können, falls der Inflationsdruck erhöht bleibt. Gleichzeitig halten sich die Ölpreise weiter auf hohem Niveau, was die Inflationssorgen verlängert und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Fed länger restriktiv bleiben muss.

Für Gold ist dieses Umfeld kurzfristig schwierig. Höhere Realzinsen und ein stärkerer US-Dollar wirken klassisch belastend, weil Gold selbst keine laufenden Erträge abwirft. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Lage im Nahen Osten ein unterstützender Faktor. Die Hoffnung auf Fortschritte in den US-Iran-Gesprächen hat jedoch etwas Druck aus dem Markt genommen. Solange ein möglicher Deal im Raum steht, reduziert sich die unmittelbare Fluchtbewegung in sichere Häfen.

Interessant bleiben die COT-Daten. Das Managed Money ist weiterhin mit rund 160.000 Kontrakten Long positioniert. Größere Veränderungen gab es zuletzt kaum. Damit bleibt Gold strukturell weiterhin unterstützt, auch wenn kurzfristig keine neue Dynamik sichtbar ist. Die Positionierung zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer dem übergeordneten Goldtrend weiterhin folgen.

Saisonal ist das Bild allerdings noch nicht ideal. Historisch bleibt Gold bis Anfang Juli häufig anfälliger, bevor sich ab dem Sommer wieder bessere saisonale Voraussetzungen ergeben. Genau deshalb ist kurzfristig Geduld gefragt.

Fazit:
Gold bleibt kurzfristig unter Druck, aber strukturell unterstützt. Der Wochenverlust von 0,72 % und der Schlusskurs bei 4.510,50 US-Dollar zeigen eine schwächere Woche, ohne das übergeordnete Bild komplett zu beschädigen. Entscheidend bleibt nun, ob Zinserwartungen und Dollar weiter steigen. Saisonal könnte Gold erst ab dem Sommer wieder besseren Rückenwind erhalten.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.