Gold-Future: Zinsdruck belastet weiter
Rohstoffe
Carsten Stork
15. Juni 2026

Gold-Future: Zinsdruck belastet weiter

Gold-Future: Zinsdruck belastet weiter


Der Gold-Future an der CME beendete die vergangene Handelswoche erneut schwächer. Auf Wochensicht verlor Gold 2,58 % und schloss bei 4.239,90 US-Dollar je Unze.

Damit bleibt Gold kurzfristig unter Druck. Der wichtigste Belastungsfaktor ist weiterhin die Zinssituation in den USA. Der Markt rechnet inzwischen wieder mit einer Zinserhöhung der Fed bis spätestens Dezember. Gleichzeitig steht in der kommenden Woche die nächste Fed-Sitzung an. In einem solchen Umfeld haben es unverzinste Anlagen wie Gold naturgemäß schwerer, da steigende oder länger hohe Zinsen die Opportunitätskosten erhöhen.

Hinzu kommt, dass ein möglicher Friedensprozess zwischen den USA und Iran zuletzt Teile der geopolitischen Risikoprämie aus dem Markt genommen hat. Gold profitiert zwar langfristig von Unsicherheit, Inflation und Vertrauensverlust in Papiergeld. Kurzfristig reagieren viele Marktteilnehmer aber stark auf Zins- und Dollarerwartungen. Genau das sehen wir derzeit.

Trotzdem ist das strukturelle Bild aus meiner Sicht nicht gebrochen. Besonders interessant bleibt der Blick auf die COT-Daten. Das Managed Money hält weiterhin eine sehr hohe Netto-Long-Position von rund 173.000 Kontrakten. Das zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer Gold trotz der jüngsten Korrektur nicht aufgegeben haben. Eine solche Positionierung spricht weiterhin für eine grundsätzlich gute Unterstützung des Marktes.

Auch saisonal bleibt Gold spannend. In diesem Jahr folgt der Markt seinem saisonalen Muster bislang auffallend sauber. Typischerweise erreicht Gold Anfang Juli häufig eine wichtige Tiefphase, bevor anschließend wieder stärkere Aufwärtsbewegungen einsetzen können. Genau diese Phase rückt nun näher.

Fazit:

Gold hat die Woche mit einem Minus von 2,58 % bei 4.239,90 US-Dollar beendet. Kurzfristig belasten Zinserwartungen, US-Dollar und geringere geopolitische Risikoprämien. Gleichzeitig bleiben die COT-Daten mit rund 173.000 Managed-Money-Long-Kontrakten klar unterstützend. Sollte Gold seinem saisonalen Muster weiter folgen, könnte die Schwächephase in den kommenden Wochen eher zur Vorbereitung einer neuen Aufwärtsbewegung werden.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.