
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Gold-Future unter Druck: Starke US-Daten treffen auf steigende Zinsen
Gold-Future unter Druck: Starke US-Daten treffen auf steigende Zinsen

Der Gold-Future ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. An der CME verlor der Kontrakt 4,72 % und schloss bei 4.353,90 US-Dollar pro Unze. Besonders auffällig war dabei der schwache Wochenschluss nahe dem Tief. Das zeigt, dass der Verkaufsdruck nicht nur kurzfristig auftrat, sondern bis zum Ende der Handelswoche anhielt.
Der entscheidende Belastungsfaktor kam am Freitag mit den deutlich stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten. Die Nonfarm Payrolls lagen klar über den Erwartungen, gleichzeitig wurden die Vormonate nach oben revidiert. Damit hat sich das Zinsbild erneut spürbar verschoben. Der Markt preist inzwischen wieder höhere US-Zinsen ein, und genau das ist für Gold kurzfristig problematisch.
Steigende Zinsen sind für Edelmetalle bekanntlich ein schwieriges Umfeld. Gold wirft keine laufenden Erträge ab. Wenn gleichzeitig Anleiherenditen steigen und der US-Dollar fester wird, erhöht sich der Opportunitätsdruck. Genau diese Kombination hat den starken Abverkauf zum Wochenschluss ausgelöst. Die geopolitischen Risiken bleiben zwar grundsätzlich unterstützend, wurden kurzfristig aber von der Zinsseite überlagert.
Interessant bleibt dagegen die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen weiter ausgebaut und hält inzwischen mehr als 176.000 Kontrakte netto long. Das zeigt, dass institutionelle Anleger den übergeordneten Gold-Trade trotz des kurzfristigen Rückschlags weiterhin nicht aufgeben. Diese Positionierung bleibt ein wichtiger Stützfaktor, auch wenn sie kurzfristige Korrekturen nicht verhindert.
Saisonal müssen wir uns gleichzeitig darauf einstellen, dass Gold noch bis Anfang Juli anfällig bleiben kann. Erst danach verbessert sich das saisonale Umfeld wieder. Kurzfristig bleibt deshalb Geduld gefragt.
Fazit:
Der Gold-Future hat eine schwache Woche hinter sich. Das Minus von 4,72 % und der Schlusskurs nahe dem Wochentief zeigen klaren Druck. Auslöser waren die starken US-Arbeitsmarktdaten und die dadurch gestiegenen Zinserwartungen. Kurzfristig bleibt das Umfeld schwierig. Gleichzeitig bleiben die COT-Daten konstruktiv. Ich beobachte Gold engmaschig und rechne saisonal erst ab Anfang Juli wieder mit besseren Voraussetzungen für eine neue Aufwärtsbewegung.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.