Gold-Future: Safe-Haven-Rally mit saisonalem Fragezeichen
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Februar 2026

Gold-Future: Safe-Haven-Rally mit saisonalem Fragezeichen

Gold-Future: Safe-Haven-Rally mit saisonalem Fragezeichen


Der Gold-Future legte in der vergangenen Woche um 1,33 % zu – allerdings war es eine ausgesprochen volatile Handelswoche. Am Dienstag fiel der Preis im Tief noch bis auf 4.854 USD zurück, bevor er im Zuge der geopolitischen Zuspitzung und der US-Zoll-Entscheidung massiv nach oben drehte. Am Freitag markierte Gold ein Wochenhoch bei 5.131 USD und schloss nahezu am Tages- und Wochenhoch. Eine beeindruckende Umkehrbewegung innerhalb weniger Tage.

Treiber dieser Dynamik bleibt die geopolitische Unsicherheit. Die Diskussion um mögliche militärische Schritte der USA gegenüber dem Iran, die verstärkte US-Militärpräsenz in der Region sowie die fragile Makrolage mit schwächerem Wachstum und anhaltender Inflation stützen die Nachfrage nach sicheren Häfen. Gold wird in diesem Umfeld wieder klar als Hedge gegen politische und wirtschaftliche Risiken gekauft.

Auffällig ist jedoch die Positionierung: Laut COT-Daten hat Managed Money die Long-Positionen zuletzt leicht reduziert. Zwar werden weiterhin rund 160.000 Kontrakte netto long gehalten, doch der spekulative Aufbau ist nicht weiter eskaliert. Das spricht dafür, dass die Rally derzeit stärker von Absicherungs- und Flow-Themen getragen wird als von aggressiver Spekulation.

Saisonal betrachtet wird die Lage nun ebenfalls interessanter. Historisch erreicht Gold häufig im ersten Quartal beziehungsweise im Frühjahr eine Hochphase, bevor es in eine ruhigere Sommerperiode übergeht. Aus saisonaler Sicht ist daher Vorsicht angebracht – insbesondere nach einer so dynamischen Bewegung.

Fazit: Technisch stark und geopolitisch unterstützt, aber spekulativ nicht weiter überdehnt. Solange die Unsicherheit hoch bleibt, dürfte Gold gefragt bleiben. Aus saisonaler Perspektive ist jedoch erhöhte Aufmerksamkeit geboten.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.