Extreme Volatilität nach Wetter-Rally – Markt sucht neues Gleichgewicht
Rohstoffe
Carsten Stork
10. Februar 2026

Extreme Volatilität nach Wetter-Rally – Markt sucht neues Gleichgewicht

Extreme Volatilität nach Wetter-Rally – Markt sucht neues Gleichgewicht


Der Henry Hub Natural Gas Future (März) verzeichnete eine massive Korrektur und verlor in der vergangenen Woche 22,84 % auf 3,405 USD. Die Bewegung wirkt besonders extrem vor dem Hintergrund der vorangegangenen Wochen: Seit dem Jahreshoch Anfang Dezember fiel der Preis zunächst um rund 40 %, stieg anschließend im Zuge des Arctic Blast bis Ende Januar um etwa 71 % an und korrigierte danach erneut um fast 30 %. Innerhalb weniger Wochen zeigte der Markt damit eine außergewöhnliche Volatilität, die deutlich über jener der meisten anderen Rohstoffe lag.

Fundamental prallten zuletzt mehrere Faktoren aufeinander. Nach dem wetterbedingten Nachfrage-Schock normalisierten sich Produktion und Temperaturen wieder, während gleichzeitig weiterhin hohe Speicherentnahmen gemeldet wurden. Der Markt verlor damit den unmittelbaren Knappheitscharakter, ohne jedoch in eine klare Überversorgung überzugehen – ein typisches Umfeld für schnelle Richtungswechsel.

Die Positionierungsdaten bestätigen die Unsicherheit. Das Managed Money nutzte die vorherige Rally zum Ausbau von Short-Positionen und hält aktuell rund 172.000 Kontrakte netto short. Damit bleibt der Markt stark asymmetrisch positioniert, was kurzfristige Gegenbewegungen jederzeit begünstigen kann.

Saisonal beginnt im Natural Gas ab Mitte Februar üblicherweise eine konstruktivere Phase mit steigenden Preisen bis in den Frühsommer hinein, bevor die Hurrikansaison ab dem 1. Juni wieder neue Angebotsrisiken einführt. Der Markt nähert sich damit einem Zeitfenster, in dem fundamentale und saisonale Faktoren erstmals wieder in dieselbe Richtung wirken könnten.

Fazit:

Nach der wettergetriebenen Übertreibung befindet sich der Markt in einer Neuorientierung. Die extreme Positionierung trifft auf eine saisonal freundlichere Phase, wodurch das Risiko abrupter Gegenbewegungen zunimmt, auch wenn kurzfristig weiterhin hohe Schwankungen zu erwarten bleiben.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.