Euro/USD: Momentum bricht trotz starker Saisonalität – Positionierung dreht klar
Rohstoffe
Carsten Stork
07. April 2026

Euro/USD: Momentum bricht trotz starker Saisonalität – Positionierung dreht klar

Euro/USD: Momentum bricht trotz starker Saisonalität – Positionierung dreht klar


Der Euro/USD zeigte in der vergangenen Handelswoche nur eine minimale Veränderung und schloss mit +0,10 % bei 1,15625. Trotz eines zwischenzeitlichen Anstiegs deutlich über die Marke von 1,16 konnten die Gewinne nicht gehalten werden, was auf nachlassendes Momentum auf der Oberseite hindeutet.

Fundamental stand der Markt weiterhin stark unter dem Einfluss der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten. Die Eskalation des Konflikts sorgte erneut für Safe-Haven-Zuflüsse in den US-Dollar und verhinderte damit eine nachhaltige Aufwärtsbewegung im Euro.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen massiv reduziert und hält aktuell nur noch rund 5.000 Kontrakte auf der Long-Seite. Noch Mitte Februar lag diese Positionierung bei über 180.000 Kontrakten. Diese drastische Veränderung signalisiert einen klaren Stimmungswechsel im Markt und spricht für eine deutlich zurückhaltendere Erwartung gegenüber einer weiteren Euro-Aufwertung.

Gleichzeitig zeigt die Saisonalität ein völlig anderes Bild. Historisch tendiert der Euro/USD bis Ende April deutlich nach oben, was grundsätzlich unterstützend für den Markt wirken könnte. Damit entsteht aktuell ein Spannungsfeld zwischen negativer Positionierung und positiver saisonaler Tendenz.

Insgesamt überwiegt kurzfristig jedoch die Unsicherheit. Der fehlende Durchbruch über die 1,16 sowie die schwache Positionierung deuten darauf hin, dass der Markt aktuell nicht bereit ist, höhere Niveaus nachhaltig zu akzeptieren.

Fazit:

Der Euro/USD steht kurzfristig unter Druck, trotz grundsätzlich unterstützender Saisonalität. Die massive Reduktion der Long-Positionen zeigt einen klaren Stimmungswechsel zugunsten des US-Dollars. Solange die geopolitischen Risiken hoch bleiben und Safe-Haven-Ströme dominieren, dürfte es für den Euro schwierig bleiben, eine nachhaltige Aufwärtsbewegung zu etablieren.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.