Euro/USD: EZB eingepreist – Fokus verlagert sich vollständig auf die Fed
Rohstoffe
Carsten Stork
10. Februar 2026

Euro/USD: EZB eingepreist – Fokus verlagert sich vollständig auf die Fed

Euro/USD: EZB eingepreist – Fokus verlagert sich vollständig auf die Fed


Der Euro-US-Dollar bewegte sich in der vergangenen Woche kaum und schloss mit einem leichten Minus von 0,23 % bei 1,18235. Die Handelsspanne blieb außergewöhnlich eng, obwohl mit der EZB-Sitzung ein potenziell marktbewegendes Ereignis anstand. Genau diese Reaktion ist jedoch bereits die Aussage: Die Entscheidung war vollständig im Markt enthalten.

Die Erwartung stabiler Zinsen im Euroraum hat sich damit bestätigt. Neue Impulse kommen aktuell nicht aus Europa, sondern fast ausschließlich aus den USA. Während die EZB ein Hold-Szenario signalisiert, preist der Markt für die Fed weiterhin Zinssenkungen im Jahresverlauf ein. Damit verschiebt sich die Zinsdifferenz perspektivisch zugunsten des Euro, was grundsätzlich unterstützend wirkt.

Auch die Positionierungsdaten bestätigen dieses Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im Euro erneut ausgebaut und hält mittlerweile über 163.000 Kontrakte Long. Nach der vorherigen Zurückhaltung zeigt der Markt damit wieder klar steigendes Vertrauen in höhere EUR-Notierungen.

Die Kombination aus stabiler europäischer Geldpolitik und erwarteter Lockerung in den USA sorgt aktuell für eine typische Übergangsphase: geringe Volatilität, kaum Trend, aber zunehmender Positionsaufbau. Solche Phasen enden erfahrungsgemäß erst dann, wenn die US-Daten eine klare Richtung vorgeben.

Fazit:

Der Markt wartet nicht auf Europa, sondern auf die Fed. Solange die Zinssenkungserwartungen in den USA bestehen bleiben, bleibt das fundamentale Umfeld konstruktiv für den Euro. Die ruhige Handelsphase wirkt daher eher wie eine Vorbereitung auf eine spätere Bewegung als wie ein Zeichen fehlender Marktüberzeugung.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.