EUR/USD unter Druck: Starker US-Arbeitsmarkt dreht den Zinsvorteil zurück zum Dollar
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026

EUR/USD unter Druck: Starker US-Arbeitsmarkt dreht den Zinsvorteil zurück zum Dollar

EUR/USD unter Druck: Starker US-Arbeitsmarkt dreht den Zinsvorteil zurück zum Dollar


Der EUR/USD ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochenbasis verlor das Währungspaar 1,19 % und schloss bei 1,15196 fast am Wochentief.

Der entscheidende Auslöser kam am Freitag mit den deutlich stärker als erwarteten US-Arbeitsmarktdaten. Die Nonfarm Payrolls lagen mit 172.000 neuen Stellen klar über den Erwartungen von 85.000. Zusätzlich wurden die beiden Vormonate um insgesamt 93.000 Stellen nach oben revidiert.

Damit hat sich das Zinsbild in den USA erneut spürbar verändert. Der Markt rechnet nun nicht mehr mit Zinssenkungen, sondern zunehmend mit der Möglichkeit, dass die Fed die Zinsen bis Jahresende sogar um 25 Basispunkte anheben muss. Für den US-Dollar war das ein klarer Unterstützungsfaktor. Gleichzeitig gerieten Risikoanlagen unter Druck, während die Renditen anzogen. Genau dieses Umfeld belastete den Euro zum Wochenschluss deutlich.

Trotzdem ist die Lage nicht einseitig. In der Eurozone steht am Donnerstag das EZB-Meeting im Fokus. Der Markt rechnet mit hoher Wahrscheinlichkeit mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Sollte die EZB diesen Schritt bestätigen und gleichzeitig eine weiterhin restriktive Kommunikation wählen, könnte die Diskussion über Zinsdifferenzen wieder stärker zugunsten des Euro zurückkehren. Genau dieser Punkt macht die kommende Woche für EUR/USD besonders spannend.

Auch die COT-Daten bleiben konstruktiv. Das Managed Money hat seine Long-Positionen wieder ausgebaut und hält inzwischen knapp 49.000 Kontrakte netto long. Das ist positiv zu werten, weil institutionelle Anleger den Euro trotz des kurzfristigen Rückschlags weiterhin nicht aufgeben.

Fazit:
Der starke US-Arbeitsmarktbericht hat EUR/USD kurzfristig klar belastet. Der Schluss nahe dem Wochentief zeigt, dass der Dollar zum Wochenschluss deutlich die Oberhand hatte. Gleichzeitig bleibt das EZB-Meeting am Donnerstag ein wichtiger möglicher Gegengewichtsfaktor. Ich beobachte die Position weiter engmaschig. Entscheidend wird sein, ob die EZB die Zinsdivergenz-Diskussion wieder zugunsten des Euro drehen kann.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.