EUR/USD: Spannung unter der Oberfläche
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Februar 2026

EUR/USD: Spannung unter der Oberfläche

EUR/USD: Spannung unter der Oberfläche


Der Euro verlor in der vergangenen Woche 0,63 % und schloss bei 1,17915. Bis Freitag stand das Währungspaar klar unter Druck – erst mit der Meldung des Supreme Court, wonach die US-Zölle in dieser Form nicht rechtmäßig sind, konnte sich der Euro etwas stabilisieren und einen Teil der Verluste wettmachen.

Auf Jahressicht ist das Bild ähnlich wie beim Dollar-Index: wenig Nettoveränderung, keine klare Trendstruktur. Kurzfristige Bewegungen gab es durchaus, doch per saldo bleibt der Markt in einer breiten Seitwärtsphase. Diese Zurückhaltung sehen wir derzeit auch in anderen Asset-Klassen. Aktien wirken angespannt, fallen aber nicht. Bitcoin zeigt latente Dynamik. Rohstoffe reagieren sensibel auf geopolitische Schlagzeilen. Es liegt eine gewisse Erwartung in der Luft – als würde der Markt auf ein Ereignis warten, das eine neue Richtung vorgibt. Die geopolitische Lage im Nahen Osten und die Möglichkeit eines militärischen Eingreifens der USA gegen den Iran verstärken diese latente Spannung zusätzlich.

Die COT-Daten zeigen ein klares Bild: Managed Money ist im EUR/USD weiterhin massiv netto long positioniert – mit über 174.000 Kontrakten. Während der Dollar-Index aufgrund der Struktur seines Währungskorbs neutral wirkt, sehen wir hier eine deutliche Einseitigkeit.

Das bedeutet: Entweder liegt das spekulative Kapital falsch – oder wir stehen vor einer weiteren Aufwärtsbewegung im Euro. Die Positionierung spricht zumindest dafür, dass der Markt weiterhin auf einen stärkeren Euro setzt.

Fazit: Der EUR/USD wirkt technisch neutral, die Positionierung ist jedoch alles andere als neutral. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein – insbesondere wenn geopolitische Entwicklungen oder neue Zinssignale frische Impulse liefern.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.