EUR/USD setzt Rally fort – Dollarschwäche und Zinsdifferenz treiben den Markt
Rohstoffe
Carsten Stork
19. April 2026

EUR/USD setzt Rally fort – Dollarschwäche und Zinsdifferenz treiben den Markt

EUR/USD setzt Rally fort – Dollarschwäche und Zinsdifferenz treiben den Markt


Der EUR/USD konnte in der vergangenen Handelswoche erneut zulegen und schloss mit einem Plus von 0,41 % bei 1,1773. Damit setzt sich die Aufwärtsbewegung fort und der Markt verzeichnet bereits die dritte positive Woche in Folge.

Die Bewegung wird aktuell weniger von einer ausgeprägten Euro-Stärke als vielmehr von einer breiten Schwäche des US-Dollars getragen. Haupttreiber war die Entspannung im Nahen Osten. Die vermeintliche Öffnung der Straße von Hormuz sowie zunehmende Hoffnung auf eine politische Lösung im Iran-Konflikt haben die Risikoaversion reduziert und klassische Safe-Haven-Positionierungen im Dollar aufgelöst.

Zusätzlich wirkt die Entwicklung am Ölmarkt unterstützend für den Euro. Der deutliche Rückgang der Ölpreise dämpft Inflationssorgen und führt zu einer Anpassung der Zinserwartungen in den USA. Damit nimmt der Druck auf die Federal Reserve zu, weniger restriktiv zu agieren, was den Dollar weiter belastet.

Parallel dazu verschiebt sich die Zinsdifferenz leicht zugunsten des Euro. Während für die EZB weiterhin eine gewisse Straffung im Raum steht, bleibt die Fed in einem eher abwartenden Modus. Diese Divergenz sorgt für zusätzlichen Rückenwind im EUR/USD und erklärt einen großen Teil der aktuellen Bewegung.

Auch die Positionierung bestätigt das Bild. Das Managed Money hatte seine Long-Positionen im Zuge der geopolitischen Eskalation zuvor deutlich reduziert, beginnt nun jedoch wieder mit dem Aufbau. Aktuell liegt die Netto-Long-Position bei rund 26.018 Kontrakten, was auf eine wieder zunehmende Überzeugung auf der Long-Seite hindeutet.

Insgesamt ergibt sich damit ein klares Muster: geopolitische Entspannung, rückläufige Energiepreise und eine sich verschiebende Zinsdifferenz treiben den Markt nach oben.

Fazit:

Der EUR/USD profitiert aktuell vor allem von der Schwäche des US-Dollars. Die Kombination aus geopolitischer Entspannung, fallenden Ölpreisen und einer sich zugunsten des Euro verschiebenden Zinsdifferenz spricht für ein weiterhin konstruktives Setup. Entscheidend wird sein, ob sich diese Faktoren auch in den kommenden Wochen bestätigen.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.