
Energiepreise prägen die Entwicklung der Aktienmärkte – Ein Blick auf Europa und USA
Wie stark beeinflussen die unterschiedlichen Energiepreise in Europa und den USA unsere Aktienmärkte? Ein spannender Zusammenhang zeigt sich gerade im Börsenverhalten.
Die starke Schwankung der Energiepreise wirkt sich zunehmend auf die Entwicklung der weltweiten Aktienmärkte aus. Besonders auffällig ist der gegenläufige Trend zwischen dem Ölpreis und dem S&P 500 – ein starker Preisverfall beim Öl führt in der Regel zu Kursgewinnen am Aktienmarkt.
Doch das ist nur die halbe Wahrheit. In Europa steigen die Erdgaspreise weiter stark an, während sie in den USA stabil bleiben. Das Verhältnis der Gaspreise am US-Hub (Henry Hub) gegenüber dem europäischen TTF-Markt ist in den letzten drei Monaten deutlich gestiegen. Diese Divergenz drückt sich auch in den Aktienindizes aus. Steigende Energiepreise in Europa bedeuten höhere Produktionskosten und belasten somit vor allem europäische Aktien, was sich in einer Underperformance gegenüber dem US-Markt niederschlägt.
Anleger sollten dieses komplexe Wechselspiel als wichtigen Indikator für Marktentwicklungen beachten, denn es erklärt teilweise, warum europäische Aktien derzeit hinter den US-Titeln zurückbleiben. Kurzfristig ist eine vorsichtige Haltung gegenüber europäischen Investitionen ratsam, solange die Energiepreise hoch bleiben.

Dennis Riedl
Dr. Dennis Riedl - Chefredakteur alpha-Strategien, Aktie und Hebel der Woche. Dr. Dennis Riedl ist studierter Mathematiker und Finanzmarktanalyst. Er testet die Aktienmärkte auf tatsächliche Muster ohne Rücksicht auf Meinungen und Gedanken. Sein Fachgebiet ist also die quantitative Analyse, das Aufspüren realer Börsenphänomene. Mit dem alphaDEPOT begleitet er Anleger durch wiederkehrende Marktmuster über alle Assetklassen und Börsenphasen hinweg. Besonders beliebt ist sein Börsen-Channel auf YouTube.
