Ecopetrol legt zu – starke Raffineriemargen stützen die Aktie
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Ecopetrol legt zu – starke Raffineriemargen stützen die Aktie

Ecopetrol legt zu – starke Raffineriemargen stützen die Aktie


Die kolumbianische Erdölaktie Ecopetrol konnte sich in der vergangenen Woche positiv entwickeln. Auf Wochensicht legte die Aktie um 3,88 % zu und beendete die Woche bei 13,11 US-Dollar. Damit zeigte sich Ecopetrol deutlich stabiler als viele andere Risikoassets, die zuletzt unter steigenden Renditen, Dollarstärke und geopolitischer Unsicherheit gelitten haben.

Unterstützt wurde die Aktie vor allem durch die Zahlen für das erste Quartal 2026. Ecopetrol meldete einen Umsatz von 28,6 Billionen kolumbianischen Pesos, ein EBITDA von 13,5 Billionen Pesos und einen Nettogewinn von 2,9 Billionen Pesos. Besonders stark war der Raffineriebereich. Die Raffineriemarge stieg deutlich auf 17,3 US-Dollar je Barrel, während das Raffinerie-EBITDA im Vergleich zum Vorjahr fast auf das 2,9-Fache zulegen konnte.

Operativ bleibt das Bild solide. Die Produktion lag im ersten Quartal bei 725.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Das Management hält am Jahresziel von 730.000 bis 740.000 Barrel Öläquivalent pro Tag fest. Gleichzeitig arbeitet Ecopetrol weiter an Effizienzsteigerungen, Portfolio-Optimierungen und zusätzlichen Gasprojekten, um die heimische Versorgung in Kolumbien zu stärken.

Wichtig bleibt aber auch die Einordnung: Die Analystenseite bleibt vorsichtig. Das durchschnittliche Kursziel wurde zwar leicht auf 12,80 US-Dollar angehoben, liegt aber weiterhin knapp unter dem aktuellen Kurs. Der Konsens bleibt bei „Sell“. Das zeigt, dass der Markt die Aktie trotz guter Quartalszahlen nicht ohne Vorbehalte bewertet.

Fazit:
Ecopetrol hat eine solide Woche gezeigt und mit +3,88 % deutlich zugelegt. Die Quartalszahlen waren robust, vor allem dank starker Raffineriemargen und Kostendisziplin. Gleichzeitig bleibt die Aktie politisch, operativ und bewertungstechnisch nicht risikofrei. Der Wochenanstieg ist positiv, aber ich würde die Bewegung nicht überinterpretieren. Entscheidend bleibt, ob Ecopetrol die starke operative Entwicklung in den kommenden Quartalen bestätigen kann.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.