Dollarindex: Seitwärtsmarkt ohne klare Richtung – Sommer-Saisonalität leicht unterstützend
Rohstoffe
Carsten Stork
26. April 2026

Dollarindex: Seitwärtsmarkt ohne klare Richtung – Sommer-Saisonalität leicht unterstützend

Dollarindex: Seitwärtsmarkt ohne klare Richtung – Sommer-Saisonalität leicht unterstützend


Die vergangene Woche verlief für den Dollarindex-Future erneut wenig spektakulär. Der Index legte auf Wochenbasis leicht um 0,28 % zu und schloss bei 98,34 Punkten. Insgesamt blieb die Bewegung jedoch träge und richtungslos – ein typisches Bild für einen Markt, der aktuell zwischen mehreren gegensätzlichen Einflussfaktoren gefangen ist.

Einerseits stützt die weiterhin restriktive Haltung der Fed den US-Dollar. Auch wenn das DOJ die Ermittlungen gegen Jerome Powell eingestellt hat und damit der Weg für Kevin Warsh als möglichen Nachfolger freier wird, bleibt das geldpolitische Umfeld insgesamt weiterhin von „higher for longer“ geprägt. Zwar interpretierten Teile des Marktes Warsh zunächst leicht dovisher als Powell, dennoch bleibt die Erwartung schneller Zinssenkungen begrenzt.

Fed Funds Futures preisen aktuell nur eine moderate Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen bis Jahresende ein. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit rund um Inflation, Energiepreise und den Nahost-Konflikt hoch, was den Dollar immer wieder als sicheren Hafen unterstützt.

Andererseits belasten genau diese geopolitischen Unsicherheiten die Marktpositionierung. Die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte zwischen den USA und dem Iran sorgte zuletzt für leichte Dollar-Schwäche, während steigende Ölpreise und das Risiko neuer Versorgungsstörungen gleichzeitig inflationsstützend wirken. Der Markt schwankt damit ständig zwischen Risk-Off-Dollar-Stärke und Zinssenkungsfantasie.

Auch die COT-Daten spiegeln diese Unsicherheit klar wider. Das Managed Money hält im Dollarindex nur noch eine kleine Long-Position von knapp 5.000 Kontrakten – kein signifikanter Aufbau, sondern eher ein Zeichen dafür, dass institutionelle Marktteilnehmer aktuell selbst keine klare Richtung sehen.

Saisonal bleibt das Bild kurzfristig leicht unterstützend. Historisch tendiert der Dollarindex bis Anfang Juni eher freundlich, bevor anschließend häufig eine längere Schwächephase einsetzt. Diese kurzfristige positive Saisonalität könnte dem Markt noch etwas Stabilität geben, solange keine größeren geldpolitischen Überraschungen auftreten.

Die kommende Woche mit Fed, EZB, BoE und BoJ dürfte daher entscheidend werden. Gerade die Frage, wie sich die globale Zentralbankdivergenz entwickelt, könnte dem Dollar endlich wieder eine klarere Richtung geben.

Fazit:

Der Dollarindex bleibt aktuell ein Markt ohne echte Überzeugung. Die kleine Long-Position im Managed Money zeigt, dass institutionelle Investoren selbst keine klare Richtung sehen. Kurzfristig spricht die Saisonalität noch leicht für Stärke bis Anfang Juni, während die geopolitische Unsicherheit und die Fed-Kommunikation den Dollar zusätzlich stützen können. Größere Trendbewegungen dürften jedoch erst entstehen, wenn der Markt mehr Klarheit über den tatsächlichen Zinspfad der Fed und die globale Zentralbankdivergenz bekommt.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.