
Dollar-Index weiter in der Seitwärtsrange – Fed hält Zinsen länger hoch
Dollar-Index weiter in der Seitwärtsrange – Fed hält Zinsen länger hoch

Auch die Positionierung bestätigt dieses Bild. Das Managed Money hält aktuell lediglich eine kleine Long-Position von rund 4.500 Kontrakten. Diese neutrale Ausrichtung zeigt, dass institutionelle Investoren aktuell keine klare Meinung zum Dollar haben. Es fehlt der Trigger, der eine stärkere Trendbewegung rechtfertigt.
Im Fokus stand die Fed-Sitzung in der vergangenen Woche. Die Zinsen wurden unverändert im Korridor von 3,50 % bis 3,75 % belassen. Entscheidend war jedoch die Kommunikation: Jerome Powell machte deutlich, dass Inflation in den kommenden Monaten wieder stärker zum Thema werden könnte. Gleichzeitig hat sich die Markterwartung deutlich verschoben – Zinssenkungen sind vollständig ausgepreist, und das aktuelle Zinsniveau dürfte bis Ende 2027 bestehen bleiben.
Trotz dieses grundsätzlich dollarfreundlichen Umfelds bleibt die Kursreaktion verhalten. Der Grund liegt in der relativen Perspektive: Auch andere Notenbanken signalisieren eine restriktivere Haltung, wodurch der Zinsvorteil des Dollars weniger eindeutig ist.
Ein zentraler Termin wird das nächste Fed-Meeting am 17. Juni. Es wird die erste Sitzung unter dem neuen Fed-Chair Kevin Warsh sein. Der Markt wird genau beobachten, ob sich Tonalität und geldpolitische Ausrichtung verändern.
Fazit:
Der Dollar-Index bleibt ein klassischer Range-Markt. Hohe Zinsen stützen, aber ohne neuen Katalysator fehlt der Ausbruch. Solange kein klarer Impuls kommt, bleibt die Spanne zwischen 96 und 100 Punkten das dominante Szenario – und genau dort werden aktuell die Entscheidungen getroffen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.