Dollar-Index springt an – aber die große Dollar-Story bleibt schwach
Rohstoffe
Carsten Stork
18. Mai 2026

Dollar-Index springt an – aber die große Dollar-Story bleibt schwach

Dollar-Index springt an – aber die große Dollar-Story bleibt schwach


Der Dollar-Index-Future hat in der vergangenen Woche einen kräftigen Sprung nach oben gemacht. Auf Wochensicht legte der Index um 1,47 % zu und schloss bei 99,195 Punkten. Für einen Währungskorb ist das ein sehr starker Move. Der Auslöser war klar: Weltweit zogen die Renditen massiv an, gleichzeitig preist der Markt in den USA wieder mögliche Zinserhöhungen der Fed ein. Nach den deutlich heißeren Inflationsdaten bekam der Dollar kurzfristig spürbaren Rückenwind.

Trotzdem überzeugt mich diese Bewegung strukturell nicht. Die COT-Daten bestätigen den Move bislang kaum. Das Managed Money hält lediglich eine kleine Long-Position von 3.187 Kontrakten. Von einer breiten spekulativen Dollar-Wette kann also keine Rede sein.

Auch die Rolle des Dollars als klassische Krisen- und Safe-Haven-Währung bleibt für mich fragwürdig. In einem Umfeld mit Iran-Krieg, hohen Energiepreisen, geopolitischer Unsicherheit und massiven Spannungen rund um zentrale Handelsrouten hätte der Dollar-Index eigentlich deutlich stärker reagieren müssen. Wenn der Dollar wirklich der große Krisengewinner wäre, müsste er aus meiner Sicht klar über 100 Punkten stehen. Das tut er nicht.

Auch auf Jahressicht ist das Bild wenig überzeugend. Seit dem 31. Dezember 2025 liegt der Dollar-Index nur rund 1,24 % im Plus. Nach dieser geopolitischen Eskalation und dem massiven Renditeanstieg ist das eher enttäuschend.

Fazit:
Kurzfristig hat der Dollar durch steigende Renditen und neue Fed-Zinserhöhungsfantasie profitiert. Der Wochenmove von +1,47 % ist stark, aber für mich noch kein nachhaltiger Trendwechsel. Die COT-Daten bleiben schwach, die Jahresperformance ist überschaubar, und als Krisenwährung hat der Dollar nicht wirklich überzeugt. Ich bleibe deshalb skeptisch: Der Dollar kann kurzfristig weiter steigen, aber strukturell fehlt mir weiterhin die Fantasie für eine große Dollar-Rally.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.