
Dollar-Index rutscht weiter – Markt glaubt noch nicht an den großen Abverkauf
Dollar-Index rutscht weiter – Markt glaubt noch nicht an den großen Abverkauf

Der Dollar-Index-Future setzte seine Schwäche auch in der vergangenen Woche fort und verlor weitere 0,8 % auf 96,77 Punkte. Damit baut der Index seinen Abwärtstrend weiter aus und liegt seit Anfang 2025 inzwischen rund 10,65 % im Minus. Die Entwicklung passt in das Bild nachlassender Zinserwartungen und einer vorsichtig dovisher werdenden Marktmeinung in den USA.
Interessant ist jedoch die Positionierung: Laut CoT-Daten bleibt das Managed Money vergleichsweise zurückhaltend. Aktuell liegt die Short-Positionierung nur noch bei knapp über 700 Kontrakten. Zum Vergleich: Auf dem Hoch im Herbst 2025 waren es über 16.000 Short-Kontrakte. Der Markt ist also trotz fallender Kurse nicht klar gegen den Dollar positioniert und scheint weiterhin nicht an eine nachhaltige Dollar-Schwäche zu glauben.
Gerade vor dem Hintergrund, dass inzwischen erstmals seit längerem wieder drei mögliche Zinssenkungen in den USA diskutiert werden, wirkt diese Skepsis bemerkenswert. Der Preis fällt bereits, aber die breite Spekulation folgt noch nicht – ein klassisches Muster in frühen Trendphasen.
Fazit: Die fundamentale Richtung bleibt abwärtsgerichtet, solange sich die Lockerungserwartungen halten. Die geringe Short-Positionierung zeigt jedoch, dass eine stärkere Bewegung erst entstehen könnte, wenn der Markt beginnt, die Dollar-Schwäche tatsächlich zu akzeptieren.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.