Dollar-Index Future: Neutralität unter der Oberfläche
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Februar 2026

Dollar-Index Future: Neutralität unter der Oberfläche

Dollar-Index Future: Neutralität unter der Oberfläche



Der Dollar-Index Future hat die vergangene Woche mit einem Plus von 0,98 % bei 97,715 Punkten beendet. Am Freitag sorgte jedoch das Urteil des US Supreme Court, wonach die verhängten Zölle in dieser Form nicht rechtmäßig sind, für einen kurzfristigen Rücksetzer. Der Index fiel im Anschluss von 97,94 Punkten – also knapp unter der 98er-Marke – auf 97,515. Der Devisenmarkt hat die Entscheidung zunächst als leicht negativ für den US-Dollar interpretiert.

Auf Jahressicht bewegt sich der Dollar-Index bislang weitgehend richtungslos. Es fehlt eine klare Trendstruktur – ein Bild, das wir aktuell auch in anderen zinssensitiven Märkten sehen. Die Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Federal Reserve führt zu einer insgesamt abwartenden Marktphase.

Ein Blick auf die COT-Daten zeigt: Managed Money hält derzeit knapp über 300 Kontrakte netto long. Zum Vergleich: Im Oktober lag die Positionierung noch bei rund minus 16.000 Kontrakten. Die extreme Dollar-Schwäche im Herbst wurde also vollständig abgebaut. Gleichzeitig signalisiert die aktuelle nahezu ausgeglichene Positionierung eine gewisse Neutralität.

Interessant ist dabei die Struktur unter der Oberfläche: Der Dollar-Index besteht aus sechs Währungen. Während im Index selbst eine nahezu flache Positionierung sichtbar wird, ist das Managed Money im EUR/USD weiterhin deutlich netto long positioniert und in den übrigen fünf Währungen überwiegend short. Diese gegenläufigen Engagements gleichen sich im Dollar-Index statistisch aus.

Fazit: Der Dollar-Index wirkt auf den ersten Blick neutral – doch unter der Oberfläche sehen wir starke Einzelpositionierungen. Die Entscheidung des Supreme Court hat kurzfristig Druck erzeugt, eine klare Trendwende ist daraus jedoch noch nicht ableitbar. Der Markt bleibt stark von Zinserwartungen und geopolitischen Entwicklungen getrieben.


Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.