Dollar-Index bleibt unter Druck – Safe-Haven-Status reicht nicht für den Ausbruch über 100 Punkte

Der Dollar-Future konnte auch in der vergangenen Woche nicht überzeugen. Der an der ICE gehandelte Dollar-Index verlor auf Wochenbasis -0,30 % und schloss bei 97,76 Punkten.
Damit war es bereits die zweite Woche in Folge mit einem Minus. Auffällig ist vor allem, dass der Dollar trotz erhöhter geopolitischer Unsicherheit, anhaltender Spannungen im Nahen Osten und zeitweise steigender Ölpreise die Marke von 100 Punkten nicht nachhaltig zurückerobern konnte. Für einen klassischen Safe-Haven-Wert ist das ein wichtiges Signal.
Der Markt preist aktuell offenbar weniger Eskalation und mehr Hoffnung auf eine mögliche Entspannung im US-Iran-Konflikt. Gleichzeitig zeigen die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten zwar einen robusten Beschäftigungsaufbau, aber keinen starken Inflationsimpuls über die Lohnseite. Damit bleibt die Fed voraussichtlich auf Hold, ohne dass daraus automatisch neue Dollar-Stärke entsteht.
Besonders interessant ist die Entwicklung bei den COT-Daten. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im Dollar weiter reduziert und hält nur noch 693 Kontrakte long. Das ist praktisch keine relevante spekulative Long-Position mehr. Die Erwartungshaltung des Marktes spricht damit nicht für einen breiten, nachhaltigen Dollar-Ausbruch nach oben. Institutionelle Anleger zeigen aktuell kaum Bereitschaft, den Dollar-Index aggressiv auf der Long-Seite zu spielen.
Saisonal ist das Bild kurzfristig allerdings noch nicht eindeutig negativ. Bis Anfang Juni besteht historisch eher noch Aufwärtspotenzial im Dollar-Index. Erst danach wird das saisonale Muster deutlich schwächer und spricht stärker für Abwärtsdruck. Genau deshalb bleibt der aktuelle Bereich wichtig: Der Dollar kann kurzfristig noch einmal Unterstützung finden, aber strukturell fehlt bisher die Dynamik.
Fazit:
Der Dollar-Index bleibt angeschlagen. Trotz Safe-Haven-Argument, robuster US-Daten und erhöhter geopolitischer Risiken gelingt kein nachhaltiger Ausbruch über 100 Punkte. Die extrem geringe Managed-Money-Long-Position zeigt, dass der Markt dem Dollar aktuell wenig Aufwärtspotenzial zutraut. Kurzfristig kann die Saisonalität bis Anfang Juni noch stützen, doch solange der Dollar unter 100 Punkten bleibt, überwiegt für uns das Risiko einer späteren stärkeren Abwärtsbewegung.