CO₂-Zertifikate: Politischer Druck dominiert – Erholung scheitert am Widerstand
Rohstoffe
Carsten Stork
07. April 2026

CO₂-Zertifikate: Politischer Druck dominiert – Erholung scheitert am Widerstand

CO₂-Zertifikate: Politischer Druck dominiert – Erholung scheitert am Widerstand


Die CO₂-Zertifikate (EUA) zeigten in der vergangenen Handelswoche erneut ein sehr volatiles Bild. Nach einem zwischenzeitlichen Anstieg bis auf 74,50 EUR geriet der Markt zum Wochenschluss deutlich unter Druck und beendete die Woche mit einem Minus von -1,04 % bei 70,94 EUR. Damit bestätigt sich die anhaltende Unsicherheit im Markt nach der starken Korrektur im März.

Auffällig ist, dass Aufwärtsbewegungen aktuell nicht nachhaltig sind. Die Erholung zu Wochenbeginn konnte nicht gehalten werden, was darauf hindeutet, dass auf höheren Niveaus weiterhin Verkaufsdruck in den Markt kommt. Die Preisstruktur bleibt damit insgesamt fragil und geprägt von kurzfristigen Gegenbewegungen innerhalb einer übergeordneten Korrekturphase.

Der zentrale Belastungsfaktor bleibt die politische Unsicherheit rund um das europäische Emissionshandelssystem. Diskussionen über mögliche Eingriffe, Anpassungen oder temporäre Entlastungsmaßnahmen sorgen weiterhin für Zurückhaltung bei institutionellen Marktteilnehmern. Insbesondere die Debatte über eine mögliche Lockerung der Marktstabilitätsreserve (MSR) und damit ein potenziell höheres Angebot wirkt dämpfend auf die Preisentwicklung.

Gleichzeitig zeigt sich auch im internationalen Kontext ein schwächeres Bild. Die britischen CO₂-Zertifikate (UKA) notieren ebenfalls unter Druck, was die generelle Zurückhaltung im Emissionsmarkt unterstreicht. Die erhöhte Unsicherheit verhindert aktuell, dass sich ein klarer Trend etablieren kann.

Strukturell bewegt sich der Markt weiterhin in einer breiten Range, nachdem die Preise im März deutlich von über 90 EUR korrigiert haben. Der Bereich um 70–75 EUR fungiert derzeit als zentrale Widerstandszone, während auf der Unterseite die Region um 63–65 EUR als wichtige Unterstützung gilt.

Fazit:

Die gescheiterte Erholung und der erneute Abverkauf zum Wochenschluss zeigen, dass der Markt weiterhin von politischer Unsicherheit dominiert wird. Solange keine Klarheit über mögliche Eingriffe in das ETS-System besteht, bleibt das Aufwärtspotenzial begrenzt. Kurzfristig überwiegt damit ein fragiles, leicht bearishes Umfeld mit erhöhter Volatilität.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.