Bund-Future unter Druck – Zinswende rückt näher
Rohstoffe
Carsten Stork
03. Mai 2026

Bund-Future unter Druck – Zinswende rückt näher

Bund-Future unter Druck – Zinswende rückt näher


Der Bund-Future stand in der vergangenen Woche zunächst klar unter Druck und fiel bis Donnerstag zwischenzeitlich auf 124,40 Punkte. Damit setzte sich die Abwärtsbewegung der letzten Wochen fort, bevor es im Zuge der EZB-Sitzung am Donnerstag zu einer spürbaren Gegenbewegung kam. Der Markt konnte sich im Anschluss erholen, die Marke von 125 Punkten zurückerobern und schloss die Woche bei 125,30 Punkten. Aufgrund des Feiertags am Freitag blieb die Börse geschlossen, sodass die Reaktion auf die EZB-Sitzung den entscheidenden Impuls der Woche darstellt.

Die geldpolitische Einordnung ist dabei zentral. Die EZB hat die Zinsen zwar unverändert belassen, gleichzeitig jedoch einen deutlich restriktiveren Ton angeschlagen. Christine Lagarde verwies klar auf steigende Inflationsrisiken, insbesondere getrieben durch Energiepreise. Die Inflation lag im April bei rund 3,0 % und damit klar über dem Zielwert von 2 %. Besonders auffällig ist die Energieinflation, die mit etwa 10,9 % einen erheblichen Druck auf das Preisniveau ausübt und das Risiko von Zweitrundeneffekten deutlich erhöht.

Diese Entwicklung verändert die Erwartungshaltung am Markt spürbar. Während zuvor eine eher abwartende Haltung dominierte, preist der Markt nun konkrete Zinserhöhungen ein. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die EZB bereits im Juni erstmals die Zinsen anheben könnte, gefolgt von einem weiteren Schritt im Juli oder September. In einem erweiterten Szenario sind sogar drei Zinsschritte im Jahr 2026 möglich, sodass der Einlagensatz von derzeit 2,0 % in Richtung 2,5 % oder sogar 2,75 % steigen könnte.

Für den Bund-Future bedeutet dieses Umfeld strukturellen Gegenwind. Steigende Zinsen führen in der Regel zu fallenden Anleihekursen, da bestehende Papiere im Vergleich zu neuen Emissionen an Attraktivität verlieren. Die kurzfristige Erholung ist daher eher als technische Gegenbewegung zu werten.

Fazit:

Der Bund-Future bleibt klar zinssensitiv und damit anfällig für weitere Rückgänge. Die Bewegung am Donnerstag war lediglich eine kurzfristige Stabilisierung nach der EZB-Sitzung, ändert aber nichts am übergeordneten Druck. Solange die Zinserwartungen weiter steigen, dominiert das Abwärtsrisiko – und das Wochenminus unterstreicht genau dieses Bild.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.