
Rohstoffe
Carsten Stork
16. März 2026
Bund-Future rutscht weiter ab – Renditeanstieg dominiert Safe-Haven-Fantasie
Bund-Future rutscht weiter ab – Renditeanstieg dominiert Safe-Haven-Fantasie

Der Euro-Bund-Future stand in der abgelaufenen Handelswoche klar unter Druck. Nach der kurzfristigen Erholung in der Vorwoche setzte sich der übergeordnete Abwärtstrend fort, getrieben von weiter steigenden Renditen am langen Ende der Bundeskurve. Die 10‑jährige Bund-Rendite kletterte in Richtung 3 % und markierte damit den höchsten Stand seit Ende 2023 – ein Umfeld, in dem Aufwärtskorrekturen im Future systematisch verkauft werden.
Auffällig war, dass geopolitische Spannungen und zwischenzeitliche Risk-Off-Phasen nur noch begrenzt Safe-Haven-Nachfrage in deutsche Staatsanleihen auslösten. Erste Fluchtbewegungen wurden rasch genutzt, um bestehende Short- oder Underweight-Positionen in Duration zu verstärken. Fundamentale Faktoren – hartnäckige Inflationsthemen, steigende Realrenditen und die Erwartung einer „higher-for-longer“-Zinspolitik – dominierten klar gegenüber klassischen Sicherheitsargumenten.
Im Preisverlauf setzte sich damit das Bild eines „Sell-on-Rally“-Marktes fort. Zwischenhochs wurden konsequent abverkauft, während neue Tiefs nur geringe Gegenreaktionen zeigten. Das technische Bias bleibt damit negativ: Solange der Future nicht deutlich an vorherigen Widerstands- und Angebotszonen nach oben heranläuft und dort Volumenakzeptanz zeigt, bleibt der Markt anfällig für weitere Rücksetzer – gerade wenn die 10‑jährige Rendite neue Hochs markiert oder die EZB-Kommunikation als weniger doves interpretiert wird.
Fazit:
Der Bund-Future befindet sich weiter im Spannungsfeld aus geopolitischen Risikofaktoren und einem zunehmend renditegetriebenen Umfeld. Safe-Haven-Spikes werden aktuell eher zur Positionierung gegen Duration genutzt als für nachhaltige Trendwenden. Solange der Renditeauftrieb anhält und keine klare Entspannung bei Inflation oder EZB-Erwartungen einsetzt, überwiegt das Risiko weiterer Rückschläge im Future gegenüber dem Potenzial einer nachhaltigen Erholung.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.