Bund-Future: Ruhiges Hoch – aber kein neuer Trend
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Februar 2026

Bund-Future: Ruhiges Hoch – aber kein neuer Trend

Bund-Future: Ruhiges Hoch – aber kein neuer Trend


Der deutsche Bund-Future legte in der vergangenen Woche um 0,23 % zu und schloss bei 129,38 Punkten. Die Bewegung war kein impulsiver News-Move, sondern eher ein ruhiges Aufwärtsdriften innerhalb einer engen Range. Parallel dazu fiel die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe auf rund 2,73 % – ein neues Mehrwochentief.

Die Rally speist sich weniger aus einer spezifischen Bund-Story als aus zwei Faktoren: Erstens werden im Markt weiterhin Zinssenkungsfantasien für die EZB gehandelt beziehungsweise zumindest die Erwartung, dass das aktuelle Zinsniveau länger stabil bleibt. Zweitens sorgt ein insgesamt fragiles Makroumfeld mit Wachstums­sorgen und geopolitischen Risiken für Nachfrage nach sicheren Assets. Bunds profitieren in solchen Phasen reflexartig.

Auffällig ist jedoch, dass der Anstieg in einem Bereich stattfindet, der in den vergangenen Wochen mehrfach als Verkaufszone fungierte. Das Niveau zwischen 128,5 und 130 Punkten hat sich wiederholt als attraktive Selling Opportunity erwiesen. Auch jetzt notieren wir wieder am oberen Rand dieser Zone.

Ich bleibe strategisch bärisch auf den Bund-Future. Fundamentale Argumente für deutlich fallende Renditen sehe ich aktuell nicht in dem Ausmaß, das eine nachhaltige Trendwende rechtfertigen würde. Die EZB ist zwar vorsichtig, aber Inflationsrisiken sind nicht verschwunden. Gleichzeitig bleibt die fiskalische Lage im Euroraum anspruchsvoll.

Trotzdem ist Vorsicht geboten: Die aktuelle Bewegung ist kein scharfer Spike, sondern eine langsame, technisch saubere Aufwärtsstruktur. Solange Risk-Off-Strömungen und Zinssenkungsfantasien im Markt präsent sind, kann sich der Bund in dieser oberen Range halten oder sogar noch leicht darüber hinauslaufen.

Fazit: Der Bund-Future handelt erneut in einer Zone, die zuletzt wiederholt Verkaufschancen bot. Ich bleibe grundsätzlich bärisch, erkenne aber an, dass die aktuelle Aufwärtsbewegung flow-getrieben und technisch stabil ist. Geduld bei Short-Engagements bleibt entscheidend.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.