Bund-Future: Leichte Schwäche vor der EZB – Juni bleibt der entscheidende Termin
Rohstoffe
Carsten Stork
26. April 2026

Bund-Future: Leichte Schwäche vor der EZB – Juni bleibt der entscheidende Termin

Bund-Future: Leichte Schwäche vor der EZB – Juni bleibt der entscheidende Termin


Der deutsche Bund-Future zeigte sich in der vergangenen Woche leicht schwächer und verlor auf Wochenbasis 0,27 %. Der Future schloss bei 125,70 Punkten, nachdem er im Wochenverlauf zeitweise sogar unter die Marke von 125 gefallen war. Zum Wochenschluss konnte sich der Markt jedoch etwas stabilisieren und einen Teil der Verluste wieder aufholen.

Diese Entwicklung spiegelt die weiterhin hohe Unsicherheit rund um die europäische Zinspolitik wider. Im Mittelpunkt steht nun klar die EZB-Sitzung am kommenden Donnerstag. Aktuell geht der Markt davon aus, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen am 30. April zunächst unverändert lässt. Viel spannender als die eigentliche Entscheidung wird jedoch die Kommunikation rund um das Juni-Meeting.

Denn genau dort preisen viele Marktteilnehmer inzwischen die erste Zinserhöhung ein. Hintergrund bleibt die weiterhin erhöhte Inflation im Euroraum, steigende Energiepreise infolge der Nahost-Krise sowie die Frage, wie stark sich dieser neue Inflationsdruck in die Breite der Wirtschaft überträgt.

Für den Bund-Future bedeutet das ein sensibles Umfeld. Steigende Zinserwartungen belasten grundsätzlich Anleihepreise und damit auch den Future. Gleichzeitig sorgt die Unsicherheit über Wachstum, geopolitische Risiken und mögliche Konjunkturabkühlung immer wieder für Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen und begrenzt stärkere Abwärtsbewegungen.

Besonders wichtig wird daher die Pressekonferenz von Christine Lagarde. Jede Formulierung zur Inflationsentwicklung, zur Energiepreisdynamik oder zur Wahrscheinlichkeit eines Juni-Schrittes dürfte direkt auf die Renditen und den Bund-Future wirken.

Technisch bleibt der Bereich um 125 Punkte eine wichtige Unterstützungszone. Dass sich der Markt nach dem kurzen Rutsch unter diese Marke schnell stabilisieren konnte, zeigt, dass dort weiterhin Kaufinteresse vorhanden ist. Ein klarer Bruch darunter würde das Bild deutlich eintrüben.

Fazit:

Die leichte Schwäche im Bund-Future ist vor allem Ausdruck der wachsenden Unsicherheit vor der EZB-Sitzung. Der Markt rechnet aktuell nicht mit einer Veränderung im April, sondern blickt fast vollständig auf Juni und die Frage einer ersten Zinserhöhung. Genau deshalb wird die Pressekonferenz von Lagarde wahrscheinlich wichtiger als der eigentliche Zinsentscheid. Solange die Marke um 125 Punkte hält, bleibt das Bild stabil – ein klar hawkisher Ton der EZB könnte jedoch schnell neuen Druck auf den Bund-Future auslösen.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.