Bund Future: Erholung im Abwärtstrend – steigende Renditen bleiben das dominierende Thema
Rohstoffe
Carsten Stork
07. April 2026

Bund Future: Erholung im Abwärtstrend – steigende Renditen bleiben das dominierende Thema

Bund Future: Erholung im Abwärtstrend – steigende Renditen bleiben das dominierende Thema


Der Bund-Future konnte in der vergangenen Handelswoche zwar leicht zulegen und schloss mit einem Plus von +0,95 % bei 125,61 Punkten, die Bewegung ist jedoch klar als technische Gegenreaktion innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends zu werten. Der kurzfristige Anstieg über die Marke von 126 Punkten konnte nicht gehalten werden, was die fehlende Anschlussdynamik auf der Oberseite unterstreicht.

Fundamental bleibt das Umfeld eindeutig belastend für den Bund-Future. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, zunehmenden Inflationsrisiken und geopolitischen Spannungen sorgt dafür, dass die Renditen weltweit weiter unter Aufwärtsdruck stehen. Gerade Europa ist durch seine starke Abhängigkeit von Energieimporten besonders anfällig für diese Entwicklung. Höhere Energie- und Düngemittelpreise dürften sich zeitverzögert stärker in der Inflation niederschlagen als in anderen Regionen.

Gleichzeitig zeigen auch die jüngsten Entwicklungen im Zinsumfeld, dass die Erwartung dauerhaft niedriger Renditen zunehmend hinterfragt wird. Selbst kurzfristig dovish interpretierte Signale reichen aktuell nicht aus, um eine nachhaltige Gegenbewegung im Bund-Future zu etablieren. Vielmehr dominieren strukturelle Faktoren, die für ein „higher for longer“-Zinsumfeld sprechen.

Auch die Marktstruktur unterstützt dieses Bild. Die Stabilisierung im Bereich um 125–126 Punkte wirkt eher wie eine Konsolidierungsphase innerhalb eines übergeordneten Abwärtstrends. Die Aktivität im Optionsmarkt deutet zusätzlich darauf hin, dass kurzfristig zwar mit begrenzter Volatilität gerechnet wird, jedoch kein klarer Trendwechsel erwartet wird.

Fazit:

Die jüngste Erholung im Bund-Future ändert nichts am übergeordneten bearishen Szenario. Steigende Inflationserwartungen und höhere Energiepreise sprechen weiterhin für steigende Renditen und damit fallende Kurse im Bund-Future. Unsere Short-Position bleibt damit klar intakt. Entscheidend wird sein, wann die nächste Abwärtsbewegung einsetzt – die strukturellen Treiber dafür sind weiterhin vorhanden.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.