Bund-Future bricht auf tiefstes Niveau seit 2011 – Renditeschock trifft Europas Anleihemärkte

Der deutsche Bund-Future ist in der vergangenen Woche deutlich unter Druck geraten. Auf Wochensicht verlor der Future 1,42 % und schloss bei 123,93 Punkten. Besonders auffällig ist dabei der Schlusskurs unter der wichtigen Marke von 124 Punkten und nahe dem Wochentief. Für einen Bond-Future ist das eine ausgesprochen starke Bewegung.
Diese Schwäche steht jedoch nicht isoliert. Weltweit geraten Anleihemärkte unter Druck, weil die Renditen deutlich steigen. Der Grund liegt in der veränderten Inflationswahrnehmung. Höhere Energiepreise, steigende Nahrungsmittelpreise und geopolitische Risiken führen dazu, dass Investoren wieder stärker mit anhaltendem oder erneut steigendem Inflationsdruck rechnen. Wenn Inflationserwartungen steigen, verlangen Anleger höhere Renditen für Staatsanleihen. Die Folge ist klar: Anleihekurse fallen, Renditen steigen.
Für Deutschland ist diese Entwicklung besonders relevant. Der Bund-Future gilt traditionell als sehr liquider und vergleichsweise stabiler europäischer Anleihemarkt. Dass dieser Future nun auf das niedrigste Niveau seit 2011 gefallen ist, zeigt, wie stark die Neubewertung am Zinsmarkt inzwischen geworden ist. Der Markt beginnt einzupreisen, dass auch Deutschland sich in einem Umfeld höherer globaler Renditen, steigender Staatsschulden und zunehmender geopolitischer Risiken nicht vollständig entziehen kann.
Aus meiner Sicht bleibt der Druck auf den Bund-Future bestehen. Solange die Inflationserwartungen steigen und die Kapitalmärkte höhere Risikoprämien verlangen, spricht die Struktur eher für weiter fallende Kurse. Genau deshalb bleibe ich für den Bund-Future negativ eingestellt.
Fazit:
Der Bund-Future hat mit einem Wochenverlust von 1,42 % und einem Schlusskurs bei 123,93 Punkten ein klares Schwächesignal geliefert. Der Bruch unter 124 Punkte und das tiefste Niveau seit 2011 zeigen, dass der Renditeanstieg kein lokales Phänomen mehr ist, sondern Teil einer globalen Neubewertung der Anleihemärkte. Ich gehe weiterhin davon aus, dass der Bund-Future weiter unter Druck bleiben kann.