Baumwolle stabilisiert sich trotz schwacher Nachfrage – Shorts dominieren weiter das Bild
Rohstoffe
Carsten Stork
16. Februar 2026

Baumwolle stabilisiert sich trotz schwacher Nachfrage – Shorts dominieren weiter das Bild

Baumwolle stabilisiert sich trotz schwacher Nachfrage – Shorts dominieren weiter das Bild


Der Baumwoll-Future an der ICE legte in der vergangenen Woche um 1,73 % zu und schloss bei 64,13 US-Cent. Die Aufwärtsbewegung entstand vor allem nach der Veröffentlichung des aktuellen WASDE-Reports des US-Landwirtschaftsministeriums und führte zeitweise zu einem Wochenhoch oberhalb von 62 Cent. Zum Wochenschluss kam es zwar zu kleineren Abgaben, insgesamt blieb jedoch ein positives Wochenresultat bestehen.

Fundamental zeigt sich weiterhin ein gemischtes Bild. Die Exportverpflichtungen liegen mit 8,034 Mio. RB rund 12 % unter dem Vorjahr und entsprechen lediglich 71 % der USDA-Prognose. Gleichzeitig wurden höhere globale Produktion und Lagerbestände bei gleichzeitig schwächerem Konsum gemeldet – ein Umfeld, das strukturell eher gegen stark steigende Preise spricht. Besonders auffällig bleibt die Positionierung der Spekulanten.

Das Managed Money hat seine Netto-Short-Position erneut ausgeweitet und hält weiterhin deutlich über 50.000 Kontrakte Short. Dieses Muster begleitet den Markt bereits seit Monaten und unterstreicht die weiterhin verhaltene Nachfrage. Parallel dazu ging das Open Interest zuletzt leicht zurück und fiel auffällig mit dem Tief Anfang Februar zusammen. Das deutet darauf hin, dass erste Short-Positionen geschlossen wurden und zumindest kurzfristig Verkaufsdruck aus dem Markt genommen wurde.

Saisonal bewegt sich Baumwolle normalerweise bis Mitte März eher freundlich, allerdings hat sich der Markt in den vergangenen Monaten kaum an seine typische Saisonalität gehalten. Entsprechend bleibt die Aussagekraft dieses Faktors begrenzt.

Fazit: Der Markt zeigt kurzfristige Stabilisierungstendenzen, strukturell bleibt das Umfeld jedoch schwach. Die hohe Short-Positionierung spricht für mögliche technische Gegenbewegungen, ein nachhaltiger Aufwärtstrend benötigt jedoch klar bessere Nachfragesignale.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.