AUD/USD: Leichte Schwäche trotz starkem strukturellem Setup
Rohstoffe
Carsten Stork
26. April 2026

AUD/USD: Leichte Schwäche trotz starkem strukturellem Setup

AUD/USD: Leichte Schwäche trotz starkem strukturellem Setup


Die vergangene Woche verlief für den Austral-Dollar gegenüber dem US-Dollar leicht negativ, aber ohne größere Dynamik. AUD/USD verlor auf Wochenbasis 0,67 % und schloss bei 0,71285. Nach dem vorherigen starken Anstieg und dem Test neuer Mehrjahreshochs war eine Konsolidierung nicht ungewöhnlich. Insgesamt bleibt das Bild eher von einer gesunden Rücksetzbewegung als von einem echten Trendbruch geprägt.

Belastend wirkte vor allem die erneute Stärke des US-Dollars im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Der Austral-Dollar wird als klassischer Risk-On-Proxy häufig verkauft, sobald Risikoaversion steigt und Kapital in den US-Dollar als sicheren Hafen fließt. Die Sorge um eine Eskalation rund um den Iran-Konflikt sowie steigende Ölpreise haben diese Bewegung zuletzt verstärkt.

Gleichzeitig bleibt die fundamentale Ausgangslage für den Aussie konstruktiv. Die Märkte preisen mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit eine weitere Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia im Mai ein. Hintergrund sind robuste Arbeitsmarktdaten, steigende Energiepreise und vor allem die Erwartung eines erneut starken Inflationsprints in der kommenden Woche. Die Inflation könnte mit über 4 % deutlich über dem Zielband der RBA bleiben und den Druck auf die Notenbank weiter erhöhen.

Auch die COT-Daten bestätigen das positive strukturelle Bild. Das Managed Money bleibt mit knapp 65.000 Kontrakten weiterhin klar auf der Long-Seite positioniert. Diese Positionierung zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer den Austral-Dollar trotz der kurzfristigen Schwäche weiterhin konstruktiv sehen.

Saisonal spricht ebenfalls vieles für eine Fortsetzung der Stärke. Historisch beginnt für den AUD/USD ab dieser Phase des Jahres eine positive Saison, die sich häufig bis weit in den Oktober hinein fortsetzt. Gerade in Kombination mit einer stabileren chinesischen Nachfrage, steigenden Rohstoffpreisen und potenziell höheren australischen Zinsen bleibt das mittelfristige Umfeld unterstützend.

Kurzfristig bleibt die Marktstimmung jedoch stark von Dollarbewegungen, Zentralbankkommunikation und geopolitischen Schlagzeilen abhängig. Die kommende Woche mit US-Fed, RBA-Inflationsdaten und globalen Zinsentscheidungen dürfte daher richtungsweisend werden.

Fazit:

Die schwächere Woche ändert nichts an unserem positiven Gesamtbild für den Austral-Dollar. Nach der starken Aufwärtsbewegung wirkt die aktuelle Entwicklung eher wie eine normale Konsolidierung als ein echter Trendbruch. Die weiterhin klare Long-Positionierung im Managed Money, hawkishe Erwartungen an die RBA sowie die positive Saisonalität bis in den Herbst sprechen weiterhin für steigende Kurse. Kurzfristige Rücksetzer bleiben möglich, strukturell bleibt AUD/USD für uns jedoch weiterhin einer der interessantesten Long-Trades im FX-Bereich.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.