
Arabica unter Druck – Long-Abbau trifft auf verbesserte Angebotslage
Arabica unter Druck – Long-Abbau trifft auf verbesserte Angebotslage

Fundamental belastet vor allem die Aussicht auf eine starke brasilianische Ernte. Prognosen gehen von einer sehr robusten Produktion aus, unterstützt durch günstige Wetterbedingungen in wichtigen Anbauregionen. Gleichzeitig haben sich die Lagerbestände erholt, und hohe Exportmengen – insbesondere aus Vietnam – nehmen zusätzlichen Druck vom Markt. Die Erzählung verschiebt sich damit klar von Knappheit hin zu potenzieller Überversorgung.
Auch die COT-Daten spiegeln diese Entwicklung wider. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im Zuge des Preisrückgangs weiter reduziert und hält aktuell nur noch 12.814 Kontrakte netto long. Das ist deutlich weniger als noch vor wenigen Wochen und zeigt, dass spekulatives Kapital zunehmend vorsichtiger agiert.
Saisonal betrachtet bietet sich jedoch ein konstruktiveres Bild. Bis Ende Mai besteht historisch die Chance auf Volatilitätsausschläge nach oben, bevor sich das saisonale Muster im Sommer wieder klar eintrübt. Diese Phase könnte – insbesondere bei überverkauften Marktbedingungen – temporäre Erholungen begünstigen.
Fazit:
Arabica bleibt fundamental angeschlagen, da sich das Angebotsbild verbessert und spekulative Long-Positionen weiter abgebaut werden. Kurzfristige Gegenbewegungen sind saisonal möglich, strukturell dominiert jedoch aktuell das Überangebot-Narrativ.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.