Arabica unter Druck – Long-Abbau trifft auf verbesserte Angebotslage
Rohstoffe
Carsten Stork
02. März 2026

Arabica unter Druck – Long-Abbau trifft auf verbesserte Angebotslage

Arabica unter Druck – Long-Abbau trifft auf verbesserte Angebotslage


Der Arabica Coffee Future an der ICE US verlor in der vergangenen Handelswoche erneut 1,84 % und schloss bei 280,05 US-Cent je Pfund. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, nachdem sich der Markt bereits deutlich von den Hochs im vergangenen Jahr entfernt hat. Das Sentiment bleibt angeschlagen, da sich die globale Angebotslage spürbar entspannt.

Fundamental belastet vor allem die Aussicht auf eine starke brasilianische Ernte. Prognosen gehen von einer sehr robusten Produktion aus, unterstützt durch günstige Wetterbedingungen in wichtigen Anbauregionen. Gleichzeitig haben sich die Lagerbestände erholt, und hohe Exportmengen – insbesondere aus Vietnam – nehmen zusätzlichen Druck vom Markt. Die Erzählung verschiebt sich damit klar von Knappheit hin zu potenzieller Überversorgung.

Auch die COT-Daten spiegeln diese Entwicklung wider. Das Managed Money hat seine Long-Positionen im Zuge des Preisrückgangs weiter reduziert und hält aktuell nur noch 12.814 Kontrakte netto long. Das ist deutlich weniger als noch vor wenigen Wochen und zeigt, dass spekulatives Kapital zunehmend vorsichtiger agiert.

Saisonal betrachtet bietet sich jedoch ein konstruktiveres Bild. Bis Ende Mai besteht historisch die Chance auf Volatilitätsausschläge nach oben, bevor sich das saisonale Muster im Sommer wieder klar eintrübt. Diese Phase könnte – insbesondere bei überverkauften Marktbedingungen – temporäre Erholungen begünstigen.

Fazit:

Arabica bleibt fundamental angeschlagen, da sich das Angebotsbild verbessert und spekulative Long-Positionen weiter abgebaut werden. Kurzfristige Gegenbewegungen sind saisonal möglich, strukturell dominiert jedoch aktuell das Überangebot-Narrativ.

Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.