Arabica-Kaffee stabilisiert sich – erste Erholung trotz starkem Brasilien-Ausblick
Rohstoffe
Carsten Stork
24. Mai 2026

Arabica-Kaffee stabilisiert sich – erste Erholung trotz starkem Brasilien-Ausblick

Arabica-Kaffee stabilisiert sich – erste Erholung trotz starkem Brasilien-Ausblick


Der Arabica-Kaffee-Future an der ICE US konnte sich in der vergangenen Woche wieder etwas erholen. Auf Wochensicht legte der Kontrakt um 2,14 % zu und schloss bei 271,45 US-Cent je Pfund. Besonders positiv ist dabei, dass der Markt nahezu am Wochenhoch aus dem Handel ging. Nach der schwachen Entwicklung der vergangenen Monate ist das zumindest ein erstes konstruktives Signal. Die Bewegung war nicht explosiv, aber stetig – und genau das ist nach einer längeren Korrekturphase wichtig.

Fundamental bleibt das Bild allerdings gemischt. Die brasilianische Ernteagentur Conab erwartet für dieses Jahr eine sehr starke Kaffeeernte. Die Produktion soll um rund 18 % auf 66,7 Mio. Säcke steigen und damit einen neuen Rekord erreichen. Allein die Arabica-Ernte wird auf 45,8 Mio. Säcke geschätzt. Das erklärt, warum Kaffee seit Jahresbeginn deutlich unter Druck geraten ist und warum sich der Markt trotz der jüngsten Erholung noch nicht klar nach oben lösen konnte.

Gleichzeitig darf man die kommenden Wetterrisiken nicht unterschätzen. Besonders interessant wird Kaffee im Hinblick auf einen möglichen Super-El-Niño. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, könnten Wetterstress, Ertragsrisiken und Qualitätsprobleme später wieder stärker in den Fokus rücken. Genau deshalb bleibt Kaffee trotz der aktuell hohen brasilianischen Ernteschätzung strategisch spannend.

Die COT-Daten zeigen ein vorsichtigeres Bild. Das Managed Money hat seine Long-Positionierung zuletzt etwas reduziert und hält nur noch knapp 16.000 Kontrakte Long. Damit ist die spekulative Euphorie deutlich begrenzt. Sollte der Markt weiter stabilisieren, wäre also wieder Platz für neue Long-Zuflüsse.

Saisonal bleibt Kaffee kurzfristig noch anspruchsvoll. Bis Anfang Juli ist historisch eher mit einer schwächeren oder seitwärts gerichteten Phase zu rechnen. Ab dem Sommer verbessert sich das saisonale Bild jedoch deutlich.

Fazit:
Arabica-Kaffee hat mit plus 2,14 % und einem Schlusskurs bei 271,45 US-Cent eine bessere Woche gezeigt. Die starke Brasilien-Ernte bleibt kurzfristig belastend, doch COT-Positionierung, Wetterrisiken und die bessere Saisonalität ab Sommer machen das Setup weiter interessant.
Carsten Stork

Carsten Stork

Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.