
Rohstoffe
Carsten Stork
08. Juni 2026
Arabica-Kaffee fällt auf neue Tiefs: Schwache Woche trotz nahender saisonaler Wende
Arabica-Kaffee fällt auf neue Tiefs: Schwache Woche trotz nahender saisonaler Wende

Der Arabica-Kaffee-Future hat eine desaströse Woche hinter sich. Der an der ICE US gehandelte Kontrakt verlor 7,24 % und schloss bei 246,65 US-Cents je Pfund. Damit ist Kaffee erneut massiv unter Druck geraten und fast am Wochentief aus dem Handel gegangen. Gerade im Zuge des breiteren Sell-Offs an den Märkten konnte sich der Future dem allgemeinen Liquiditäts- und Risikodruck nicht entziehen.
Fundamental bleibt der Markt kurzfristig belastet. Die Erwartungen an eine robuste brasilianische Ernte drücken weiter auf die Preise. Die laufende Ernte kommt unter trockenen und heißen Bedingungen gut voran, was den Zufluss neuer Bohnen unterstützt. Gleichzeitig erwartet das USDA für Brasilien 2026/27 eine Rekordernte von 71,9 Millionen Sack, ein Plus von 14 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Arabica-Produktion soll deutlich steigen und mit 47,5 Millionen Sack nahe an frühere Rekordniveaus heranreichen.
Auch auf globaler Ebene hat sich das Bild verschlechtert. Rabobank hat die erwarteten Überschüsse für 2026/27 weiter angehoben. Damit steht der Kaffee-Future derzeit unter dem Druck eines deutlich besseren Angebotsbildes. Genau dieser fundamentale Gegenwind erklärt, warum die Erholung bislang ausbleibt und warum der Markt neue Tiefs seit 2024 markiert.
Bei den COT-Daten hat sich dagegen wenig verändert. Das Managed Money hält weiterhin eine leichte Netto-Long-Position von knapp über 13.000 Kontrakten. Das ist kein starkes bullishes Signal, zeigt aber zumindest, dass institutionelle Anleger den Markt nicht massiv auf der Short-Seite dominieren.
Saisonal nähert sich Kaffee nun einer wichtigen Phase. Häufig erreicht der Future Anfang Juli sein saisonales Tief, bevor sich die Voraussetzungen wieder verbessern. Kurzfristig bleibt das Bild schwach, aber genau deshalb beobachten wir den Markt jetzt besonders eng.
Fazit:
Der Arabica-Kaffee-Future bleibt klar unter Druck. Das Wochenminus von 7,24 % und der Schlusskurs bei 246,65 US-Cents nahe dem Tief zeigen eine schwache technische Struktur. Fundamental belasten die Erwartungen an eine starke brasilianische Ernte. Gleichzeitig rückt das saisonale Tief Anfang Juli näher. Noch ist keine Trendwende sichtbar, aber der Markt kommt nun in eine Phase, in der wir sehr genau auf Stabilisierungssignale achten müssen.

Carsten Stork
Carsten Stork - Chefredakteur CS Investor und CS Academy. Seit 1996 handelt Carsten Stork bereits an der Börse und ist spezialisiert auf Rohstoffmärkte – die “Champions League des Tradings”. Mit dem CS Investor begleitet er Privatanleger anhand seines 4-Säulen-Systems (Storyline, COT-Daten, Saisonalität, Technik) bei Investitionen in den Bereichen Rohstoffe, Devisen und Aktien. Seine Philosophie: Mindestens zwei starke Argumente müssen zusammenkommen, bevor ein Trade eingegangen wird.