
Der Arabica-Coffee-Future an der ICE US stand in der vergangenen Woche erneut deutlich unter Druck. Auf Wochenbasis verlor Kaffee -5,40 % und schloss nahe dem Wochentief bei 274,20 US-Cent.
Damit setzt sich die schwache Entwicklung der vergangenen Monate fort. Seit dem Allzeithoch im Oktober liegt der Rückgang inzwischen bei -37,39 %. Seit Jahresbeginn steht Kaffee bei -21,61 %. Das ist klar enttäuschend und zeigt, wie stark der Markt zuletzt abverkauft wurde.
Fundamental belastet vor allem die Erwartung eines größeren Angebots aus Brasilien. Die neue Ernte 2026/27 rückt stärker in den Fokus, und günstige Wetterbedingungen in den brasilianischen Anbaugebieten unterstützen die Erntefortschritte. Zusätzlich erwartet die Coffee Trading Academy einen Anstieg der brasilianischen Produktion um 12 % auf 71,4 Mio. Säcke. Genau diese Angebotsfantasie hält den Markt aktuell unter Druck.
Trotzdem gibt es einen wichtigen positiven Punkt: Das Managed Money nutzt die gefallenen Kurse weiter zum Aufbau von Long-Positionen. Aktuell halten die spekulativen Marktteilnehmer 27.625 Kontrakte long. Das ist in einem schwachen Marktumfeld zumindest ein Zeichen, dass nicht alle institutionellen Anleger auf weiter fallende Preise setzen.
Technisch ist die Lage jetzt entscheidend. Der Bereich um 274/275 US-Cent muss halten. Dieses Niveau war in der Vergangenheit mehrfach relevant und bildet jetzt eine wichtige Unterstützungszone. Sollte Kaffee nachhaltig darunter fallen, würde sich das Chartbild deutlich verschlechtern. Hält diese Zone dagegen, wäre eine technische Gegenbewegung möglich.
Auch saisonal gibt es kurzfristig Hoffnung. Bis Ende Mai könnte Kaffee saisonal Rückenwind bekommen und zumindest eine Erholung einleiten. Nach dem starken Rückgang wäre eine Gegenbewegung nicht überraschend.
Fazit:
Arabica Coffee bleibt angeschlagen, aber die aktuelle Zone ist entscheidend. Der Schlusskurs bei 274,20 US-Cent liegt direkt an einer wichtigen Unterstützung. Die schwache Jahresperformance und das brasilianische Angebotsrisiko belasten weiter. Positiv sind die Long-Positionen des Managed Money und die Möglichkeit einer saisonalen Erholung bis Ende Mai. Jetzt muss der Bereich um 274/275 US-Cent halten.